Einstieg bei Suzuki
VW-Aktie größter Gewinner im Dax

Analysten loben die angestrebte Allianz zwischen Volkswagen und Suzuki. Auch die Anleger honorieren den angekündigten Schritt. VW-Aktien klettern an die Dax-Spitze.
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HB FRANKFURT. Sowohl die VW-Stämme als auch die Vorzüge der Wolfsburger haben am Mittwoch nach einer Partnerschaft mit Suzuki deutlich zugelegt. Die Stammaktien kletterten mit plus 2,2 Prozent auf 80,66 Euro an die Dax-Spitze, die Vorzüge legten um 0,8 Prozent auf 64,60 Euro zu. Der deutsche Leitindex stand derweil mit 0,4 Prozent im Minus.

Die Wolfsburger erwerben 19,9 Prozent an dem japanischen Autobauer. Im Gegenzug will Suzuki bis zu 50 Prozent des erhaltenen Kaufpreises in VW-Aktien investieren. Händler zeigten sich wenig überrascht. "Die Geschichte ist nicht neu. Bereits gestern Abend gab es entsprechende Gerüchte und ähnliche kamen bereits im Sommer auf", kommentierte ein Händler.

Spannend sei nun, in welche Gattung die Japaner investieren. Händler sind hier geteilter Meinung. "Wir sprechen hier von einer Beteiligung von etwa vier Prozent. Da es um eine strategische Partnerschaft geht, würden die Stämme auf den ersten Blick mehr Sinn machen", sagte ein Händler. Ein weiterer hält hingegen eine Investition in die Vorzüge für wahrscheinlicher, da diese einerseits günstiger seien und andererseits die Umtauschfantasie in Stammaktien hinzukomme. "Allerdings spielt es bei den aktuellen Machtverhältnissen eigentlich keine Rolle, welche Gattung ein Investor besitzt - viel Mitspracherecht bekommt er ohnehin nicht", warf der Börsianer ein. Interessant werde auch, wo die entsprechenden Aktien letztlich herkommen.

Tim Schuldt von Equinet bewertete die Partnerschaft insgesamt positiv, besonders der Preis sei mit Blick auf das deutliche Synergiepotenzial attraktiv. Auch für ihn kommt sowohl ein Investment von Suzuki in Stämme oder Vorzüge in Frage. "Im Januar kommt die Kapitalerhöhung von VW in Vorzügen - daher könnte sich Suzuki über diese Form beteiligen. Sollten aber die Vorzüge angestrebt werden, gibt es eigentlich keinen Grund, hier bewusst die Gattung zu verschweigen", sagte Schuldt. Diese Haltung beider Unternehmen wertete er als möglichen Indikator, dass es vielleicht doch um Stammaktien gehen könnte. "Dies würde Suzuki als strategischem Partner auch einen gewissen Einfluss sichern." Möglich sei auch, dass Niedersachsen oder auch Katar je einen kleinen Teil an Suzuki abtreten. "Im Zuge der Porsche-Übernahme verschwinden ja die Aktien, die Porsche an VW hält und damit sinkt die absolute Zahl der Stimmrechte und die Anteile der alten Aktionäre steigen entsprechend leicht an", erklärte der Experte.

Auch für Commerzbank-Analyst Daniel Schwarz kommt der Schritt nicht unerwartet. "Die Spekulation ist im Markt seit Piech Suzuki als interessante Marke bezeichnet hat", schrieb der Experte. Die Logik hinter dieser Entscheidung sei klar, da Suzuki in den beiden Schwachpunkten von VW - Indien und Japan - besonders stark sei. Sorgen bereite ihm allerdings, dass VW bei drei großen, gleichzeitig laufenden Transaktionen - nämlich der Übernahme von Porsche , der Konsolidierung des europäischen Lkw-Marktes und Suzuki - den Fokus verlieren könnte. Cheuvreux-Experte Alexander Neuberger wertete die Transaktion als großen Schritt für VW auf dem Weg zur globalen Marktführerschaft. Bislang habe kein europäischer Autobauer eine erfolgreiche Präsenz in Indien, einem der größten Schwellenländer in Asien, aufbauen können.

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