Einzelhändler trotzt dem flauen Konsumklima – Börsenprofis erwarten vom Ostergeschäft weitere Belebung: Analysten schätzen Douglas-Aktie

Einzelhändler trotzt dem flauen Konsumklima – Börsenprofis erwarten vom Ostergeschäft weitere Belebung
Analysten schätzen Douglas-Aktie

Die Einzelhandelskonzerne in Deutschland stöhnen über genügsame Konsumenten. In ganz Deutschland? Nein, die Handelsgruppe Douglas hält dagegen. Im Weihnachtsgeschäft ist der Umsatz des Hagener Unternehmens, das im Kerngeschäft in den Bereichen Parfüm, Buch und Schmuck tätig ist, gegenüber dem Vorjahr um gute vier Prozent gestiegen – gegen den Branchentrend.

DÜSSELDORF. „Diese Entwicklung hat sich im Januar und Februar fortgesetzt“, sagt Christian Schindler, Analyst bei der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP). Zudem liegt Douglas mit einer Dividendenrendite von rund 3,5 Prozent leicht über dem Durchschnitt anderer MDax–Unternehmen.

„Absolut gesehen hat die Douglas-Aktie noch Potenzial“, sagt der der LRP-Analyst. Er sieht das Kursziel bei 32 Euro. Damit könnte die Aktie noch etwa acht Prozent zum heutigen Stand zulegen, auch wenn das Papier seit Anfang 2004 bereits von rund 22 auf nun gut 29 Euro gestiegen ist. Douglas sei eine Ausnahmeerscheinung im Einzelhandel: „Das Unternehmen hat sich sehr klar im oberen Preissegment positioniert.“ Dass der Anspruch an Stil und Service im Unternehmen gelebt werde, honoriere die Kundschaft. Die Übernahme der französischen Parfüm- und Kosmetikkette Marionnaud durch den Mischkonzerns Hutchison Whampoa macht Thilo Kleibauer von MM Warburg dabei wenig Sorgen: „Marionnaud ist kein direkter Wettbewerber, er hat ein anderes Konzept und ist in Deutschland bisher nicht vertreten.“

Bei 33,60 Euro verortet Iris Schäfer von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) das Kursziel der Aktie. Besonders Parfum und Buch seien Sektoren, die trotz der mauen Konsumentenstimmung immer noch sehr gut liefen. Vom Ostergeschäft erwartet Schäfer eine erneute Belebung des Geschäfts und damit auch des Aktienkurses. Ab dem Sommer allerdings rechnet die LBBW-Analystin mit einer leichten Konsolidierung des Kurses, „wegen der traditionell schwächeren Sommer- und Herbstmonate“.

Besonders im Buchgeschäft, das auf den deutschsprachigen Raum beschränkt ist, sieht Christoph Schlienkamp vom Bankhaus Lampe weiteres Potenzial. Die Branche, die immer noch sehr stark durch mittelständische Buchhandlungen geprägt sei, biete ein „außerordentliches Konsolidierungspotenzial“, von dem der Einzelhändler profitiere. Durch die die Beteiligung am Internet-Buchhändler Buch.de setze Douglas zudem auf unterschiedliche Vertriebskanäle.

LRP-Experte Schindler sieht auch im Schmuckgeschäft Chancen. Nach dem Verkauf von Christ-Schweiz sei Douglas nicht mehr auf dem schwierigen Markt des Alpenlandes aktiv. Verbesserungen, etwa bei Beratung und Produkten, würden sich weiterhin in besseren Zahlen niederschlagen. „Eine zentrale Frage ist jedoch, ob es wie angekündigt gelingt, im September die Gold-Meister-Filialkette zu verkaufen.“ Billig-Schmuck passe nicht zum Anspruch des Einzelhändlers.

Auch im Modegeschäft, das nicht zum Kerngeschäft gehört, tut sich einiges. So lobt Schlienkamp vom Bankhaus Lampe, dass die Tochter Appelrath-Cüpper unter anderem durch Neueröffnungen den Umsatz steigern konnte. Und beim Männermode-Anbieter Pohland, der zuletzt mit Umsatzrückgängen zu kämpfen hatte, sieht er zwar Handlungsbedarf, aber auch Chancen. Denn der Modehändler gehört seit diesem Jahr 100-prozentig zu Douglas, so dass die Umstrukturierungen nun angegangen werden können.

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