Einzelwerte reagieren auf ausgedünnte Nachfrage mit höherer Volatilität
Dax-Ausblick: Starke Schwankungen möglich

In der letzten Handelswoche versuchen Großanleger traditionsgemäß, ihr Portfolio aufzupolieren. Window-Dressing nennt sich das. Schwache Titel stehen somit unter zusätzlichem Druck. Ansonsten dürfte der Handel eher in dünnen Bahnen verlaufen. Dadurch aber kann es auch zu stärkeren Kursschwankungen kommen.

vwd FRANKFURT Ein Jahreshoch im Dax zum Jahreswechsel wird die Anleger nicht darüber hinwegtäuschen, dass 2004 mit einem Kursgewinn von rund sieben Prozent eher mager ausfallen wird. Der historische Durchschnitt liegt nach Aussage eines Aktienstrategen dagegen im Bereich von 11,5 Prozent. Wie wichtig die richtige Auswahl des Index zum Jahresbeginn war, werde für den Investor deutlich, der sich für den TecDax entschieden habe. Er hat auf Jahressicht bisher knapp sechs Prozent des eingesetzten Kapitals vernichtet. Am besten seien dagegen die Anleger gefahren, die sich im MDax-Segment engagiert haben, in dem eine Rendite von rund 20 Prozent zu erzielen war.

Eine künftig höhere Dividendenrendite bei den Dax-Werten erwarten die Marktstrategen der Landesbank Baden-Württemberg. Allein die Dax-Unternehmen dürften 2005 die Ausschüttungen im Vergleich zum Vorjahr um vier Milliarden Euro anheben, was einer durchschnittlichen Dividendenrendite von 2,5 Prozent entsprechen würde. Dies, gepaart mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 13 - und damit unweit des 13-Jahres-Tiefs -, dürfte zu anziehender Aktien-Nachfrage führen.

Window-Dressing in der letzten Woche

Die letzte Handelswoche des Jahres könnte wie so oft durch Window-Dressing geprägt werden. Fondsgesellschaften verkaufen dann Aktien mit schlechter Jahres-Performance und kaufen Aktien, die überdurchschnittlich gut gelaufen sind. Eine weitere Triebfeder des Handels der letzten Tagen des Jahres ist nach Aussage der VB Investmentbank auch die Realisierung von Verlusten aus steuerlichen Gründen. Deshalb ist der Verkaufsdruck im allgemeinen bei Titeln, die sich im Jahresverlauf schwach entwickelt haben, gegen Jahresende relativ hoch. Bei einer insgesamt freundlichen Stimmung bis Jahresende sei daher eine Seitwärtsentwicklung an den Aktienmärkten zu erwarten.

Zum Start in die letzte Handelswoche ist mit einem weiter ausdünnenden Handelsvolumen zu rechnen, daher muss nach Aussage von Händlern mit einer steigenden Volatilität bei Einzelwerten gerechnet werden. Unterstützt werde dieser Trend dadurch, dass die Börsenplätze in Europa keine einheitliche Feiertagsregel besitzen. Wenn die Händler in Frankfurt am 24. Dezember schon fast unter dem Baum sitzen, wird in Amsterdam, London und Paris bis in den frühen Nachmittag gehandelt. Ein vergleichbares Bild zeigt sich am letzten Tag des Jahres. Während Frankfurt, Wien, Zürich, Madrid und Mailand geschlossen sind, wird in Amsterdam, London und Paris einen halben Tag lang gehandelt. Allerdings wird das Bild dadurch ein wenig ausgeglichen, dass die Londoner City wiederum am 27.und 28. Dezember geschlossen hat.

Konjunkturdaten stehen in den letzten Handelstagen des Jahres nur sporadisch zur Veröffentlichung an. Aus den USA kommen am Dienstag der Index des Verbrauchervertrauens und am Donnerstag die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und der Einkaufsmanager-Index Chicago. In der Eurozone steht am Donnerstag die Veröffentlichung des M3-Wachstum auf der Agenda.

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