„Einzig für Porsche und die Familie Piech ist das genial"
VW vergrätzt Anleger mit Geheimniskrämerei

Der Führungswechsel an der VW-Spitze ist bei Investoren auf ein unterschiedliches Echo gestoßen und hat sich negativ auf den Aktienkurs ausgewirkt. Insbesondere die Hintergründe der Entscheidung stellen die Börsianer derzeit noch vor ein Rätsel. Das tut dem Aktienkurs alles andere als gut.

HB WOLFSBURG. Das VW-Papier fiel auf dem Frankfurter Parkett bis zum frühen Nachmittag nach frühen Gewinnen um 2,0 Prozent auf 80,17 Euro. Zwischenzeitlich hatte das Papier noch tiefer bei 79,32 Euro notiert. Die Hintergründe für das Ausscheiden des Vorstandsvorsitzenden Bernd Pischetsrieder blieben auch einen Tag nach der Verkündung der Personalie im Unklaren und wurden offiziell nicht kommentiert.

Die Wachablösung bei Europas größtem Automobilhersteller, der mitten in einer Restrukturierung steckt, bewertete Bernstein-Analyst Stephen B. Cheetham als negativ für die Aktie. Die Investoren könnten besorgt sein über die Gründe für das Ausscheiden von Pischetsrieder, nachdem sein Vertrag erst im Mai dieses Jahres verlängert worden war. Zudem könnte Winterkorn trotz seiner Leistungen bei Audi damit zu kämpfen haben, die politische Komplexität in Wolfsburg zu bewältigen.

Nach Ansicht von Analyst Robert Halver von Vontobel Asset Management habe Winterkorn nun die Aufgabe, mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Ferdinand Piech im Hintergrund „mit eisernem Besen zu kehren“ und den strikten Kostensenkungskurs verstärkt fortzusetzen. Renault habe in den letzten Jahren vorgemacht „wie man aus einem Schlafwagenabteil einen schlagkräftigen Konzern machen kann“. Insofern könne sich der Schritt am Markt mittel- bis langfristig auszahlen.

„Operativ bringt dieser überstürzte Wechsel überhaupt keine Vorteile“, kritisiert hingegen Stephan Droxner von der LBBW. In den letzten beiden Jahren sei vieles richtig gemacht worden - etwa seien die Kosten bis auf das im Tarifvertrag zementierte Niveau geführt worden. Das spiegele sich schließlich auch in der positiven Entwicklung des Aktienkurses wider. In den vergangenen Monaten war der Aktienkurs stark gestiegen: Im Juli dieses Jahres notierte das Papier noch bei rund 55 Euro, setzte dann aber ab August zu einem Höhenflug an. „Einzig für Porsche und die Familie Piech ist das natürlich genial. Sie können ihr System nun auf Volkswagen verstärkt anwenden.“

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