Elektrokonzern
Sharp-Aktie bricht um ein Drittel ein

Anleger des japanischen Elektronikkonzerns Sharp reagieren verunsichert auf Berichte über eine Kapitalherabsetzung um 99 Prozent: Die Sharp-Aktie bricht am Montag um bis zu 31 Prozent ein.
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TokioDer japanische Elektronik-Konzern Sharp will mit radikalen Kapitalmaßnahmen die Voraussetzung schaffen, um dringend benötigtes Geld von neuen Investoren zu bekommen. Sharp teilte am Montag mit, es werde über eine Kapitalherabsetzung nachgedacht. Diese gilt aus Voraussetzung, um Altlasten aus der Bilanz zu bekommen und in näherer Zukunft wieder Dividenden zahlen zu können.

Die Anteilsscheine der jetzigen Eigentümer würden durch die Ausgabe von Vorzugsaktien allerdings deutlich verwässert. Denn mehrere Papiere könnten zu einer neuen Aktie zusammengefasst werden. Deswegen brachen Sharp-Papiere zu Wochenbeginn zeitweise um bis zu 31 Prozent ein und notierten so niedrig wie seit mehr als zwei Jahren nicht mehr.

Sharp wollte zunächst keine weiteren Details nennen. Entscheidungen würden aber noch diese Woche getroffen. Am Donnerstag sollen die Einzelheiten des neuen Geschäftsplans vorgelegt werden. Nach Reuters-Informationen haben die Hauptgeldgeber von Sharp – die Geldhäuser Mizuho und Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ – rund 1,5 Milliarden Euro zugesagt und sollen dafür am Unternehmen beteiligt werden. Der auf Restrukturierungen spezialisierte Fonds Japan Industrial Solutions wurde zudem gebeten, bis zu etwa 225 Millionen Euro Kapital zur Verfügung zu stellen. Eine Kapitalherabsetzung könnte darüber hinaus den Weg für weitere neue Investoren freimachen.

Das Sharp-Management hat Insidern zufolge den Geldgebern versprochen, im Rahmen der Sanierung weitere 5000 Stellen abzubauen und das schwächelnde Geschäft mit Smartphone-Displays abzuspalten.

2012 wurde der Konzern, der Produkte vom Solarmodul über Taschenrechner und LED-Lampen bis hin zu Fernsehern und Bildschirmen herstellt, mit rund 2,7 Milliarden Euro vor dem Aus gerettet. Damals fielen bereits 5000 Stellen weg, und Sharp stieg aus dem europäischen Fernseher-Geschäft aus.

Das Unternehmen steht im Display-Bereich, in dem es unter anderem Apple beliefert, wegen der günstigeren Konkurrenz aus anderen asiatischen Ländern unter Druck. Deswegen muss Sharp immer wieder rote Zahlen verkraften.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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