Aktien
Emissionsvolumen am europäischen Aktienmarkt dürfte steigen

An den europäischen Aktienmärkten dürften den Experten der Societe Generale zufolge die Emissionstätigkeiten zunehmen.

dpa-afx FRANKFURT. An den europäischen Aktienmärkten dürften den Experten der Societe Generale zufolge die Emissionstätigkeiten zunehmen. "Dank neuer Börsengänge ("Ipos") und Kapitalerhöhungen könnte sich das Emissionsvolumen im neuen Jahr nahezu verdoppeln", sagte Ralf Darpe, Leiter Global Capital Markets bei der französischen Bank, am Freitag in Frankfurt. 2011 dürften dem Fachmann zufolge in Europa neue Aktien im Wert von 190 Mrd. Euro ausgegeben werden. Im laufenden Jahr hingegen werde dieser Wert voraussichtlich lediglich 107 Mrd. Euro betragen.

Die Börsengänge würden vor allem von Investment-Fonds angetrieben werden, die sich auf das Management von außerbörslichem Eigenkapital ("Private Equity") spezialisiert haben, fuhr Darpe fort. "Die erfolgreichen Börsengänge in diesem Jahr etwa von dem Chemikalienhändler Brenntag und von Kabel Deutschland haben den Private-Equity-Fonds das Signal geliefert, dass Ipos wieder funktionieren". Zudem hätten diese Investoren angesichts des unsicheren Kapitalmarktumfeldes 2010 einige Börsengänge aufgeschoben, so dass sich nun ein Rückstau gebildet habe. Der Societe-Generale-Experte rechnet in Deutschland mit "mindestens zehn bis 15 Ipos". Als Investoren würden im kommenden Jahr vor allem institutionelle Anleger auftreten. Private Investoren hingegen dürften "höchstens 20 Prozent" aller Investoren auf dem IPO-Markt ausmachen.

Der Erfolg der Börsengänge hänge indes 2011 weniger von der Branchenzugehörigkeit sondern vielmehr davon ab, welche Marktstellung etwa der Börsenneuling hat oder wie gut sein Zugang zu alternativen Finanzierungsquellen ist. Zudem "spielen Gesichtspunkte wie die Rentabilität, die Berechenbarkeit des Cash Flows oder das Management eine Rolle", sagte der Experte.

Kapitalerhöhungen dürften 2011 hauptsächlich wegen geplanter Übernahmen in die Wege geleitet werden, meinte Darpe. Vor allem die Metallbranche, die Versorger oder die Energieunternehmen würden große Zukäufe durch die Ausgabe neuer Aktien oder aktienähnlicher Instrumente finanzieren. Banken hingegen würden Kapitalerhöhungen oder auch Anleiheemissionen nutzen, um neuen Eigenkapitalanforderungen gerecht zu werden oder die Staatshilfen zurückzuzahlen.

Mit Blick auf den europäischen Anleihemarkt dürften die Unternehmen im Jahr 2011 Darpe zufolge wie schon in diesem Jahr Titel im Wert von etwa 180 Mrd. Euro emittieren. Davon würden 120 Mrd. Euro auf Festzinspapiere mit hoher Kreditqualität und der Rest auf spekulative Anleihen entfallen, die entsprechend hohe Zinsen bieten. Das Emissionsumfeld ist laut Darpe weiterhin günstig: "Die Weltwirtschaft wächst 2011 weiter und die Zinsen bleiben niedrig". Insofern dürfte auch Fremdkapital für Übernahmen eingesetzt werden.

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