Energieaktien gelten als extrem günstig
Yukos macht russische Ölwerte attraktiv

Die Querelen um den Ölgiganten Yukos haben den gesamten russischen Aktienmarkt in die Tiefe gerissen. Auch viele andere Ölwerte haben in den vergangenen Monaten an Wert verloren. Dabei profitieren die Konzerne von der hohen Nachfrage nach dem Rohstoff und verzeichneten zuletzt Rekordgewinne. Und der Trend scheint ungebrochen: Erst am Donnerstag stieg der Preis für das europäische Brentöl erneut kräftig und lag bei knapp 37 Dollar je Barrel (159 Liter). Ein Einstieg in die Aktien könnte sich also lohnen, meinen die Experten.

MOSKAU/DÜSSELDORF. „Die Affäre hat den ganzen russischen Markt beeinflusst“, bestätigt Angelika Millendorfer, Osteuropaexpertin der Raiffeisen-Bank in Wien. Denn seit Yukos-Chef Michail Chodorkowskij in Haft sitzt und die Finanzbehörden mit umstrittenen Steuerforderungen den Konzern unter Druck gesetzt haben, sind die Anleger verunsichert. Doch trotz aller Zweifel werden inzwischen die Chancen höher als die Risiken eingeschätzt.

„Die russischen Ölaktien sind so günstig wie selten zuvor“, sagt Steffen Gruschka, Fondsmanager für Osteuropa bei der Deutsche-Bank-Tochter DWS. Vor allem, wenn man die gewaltigen Öl- und Gasreserven berücksichtigt. Diese werden momentan auf bis zu 180 Mrd. Barrel geschätzt. So wird das Papier des Schwergewichts Lukoil nur mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp über sieben gehandelt. Bei einigen anderen Aktien ist die Bewertung sogar noch deutlich niedriger.

Dabei sind die Aussichten für den Sektor gut: Die Rohöl-Nachfrage wird auch in Zukunft konstant auf hohem Niveau liegen. Zudem wird Russland angesichts der angespannten Situation im Nahen Osten als Ölexporteur immer wichtiger. Allein im Jahr 2003 wurde in dem Riesenreich die Rekordmenge von über 420 Millionen Tonnen gefördert.

Angesichts der Yukos-Affäre sollten Anleger jedoch umdenken. Das Yukos-Papier – der ehemalige Favorit der Analysten – sei nur noch „etwas für ganz Hartgesottene“, meint Florian Fenner, Fondsmanager der Moskauer Investmentbank United Financial Group. Zwar gehe der Markt nicht von einem Bankrott aus. Doch trotz eines fairen Werts von 40 Dollar sei bei schlechten Nachrichten ein Rückschlag bis auf 20 Dollar möglich. Sogar einen Totalverlust schließt Fenner nicht aus.

Sergej Suwerow, Analyst der russischen Zenit-Bank, sieht für den Konzern ebenfalls schwarz: „Yukos wird in Teile zerrissen und bleibt dann eine Hülle ohne Inhalt“, prophezeit der Branchenexperte.

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