Energieaktien
Stromversorger versprechen hohe Dividende

Sicheres Geschäft, stabile Erträge – in Krisenzeiten stehen Aktien der Versorger hoch im Kurs. Nur die Anleger wollen nicht so recht mitspielen. Zuletzt straften sie die Energieaktien ab. Heute zählt RWE sogar zu den größten Verlieren im Dax. Warum Analysten trotzdem auf die Versorger setzen.

FRANKFURT. Die Wirtschaftskrise ist auch bei den Energiekonzernen angekommen. So gibt sich RWE nach einem Rekordergebnis im vergangenen Jahr inzwischen vorsichtig. Der Versorger stellt kein größeres Wachstum für 2009 in Aussicht. Der Umsatz werde "voraussichtlich" über dem Niveau von 2008 liegen, teilte das Unternehmen heute mit. Die Anleger reagierten nicht gerade erfreut. Aktien zählen von RWE mit einem Minus von knapp drei Prozent zu den größten Verlierern im Dax.

Bei Analysten stehen die Aktien von Energiekonzernen hingegen hoch im Kurs. Sie loben das sichere Geschäft und die stabilen Erträge. Anleger sollten in diesen Tagen aber nicht nur auf die Gewinne der Unternehmen schauen. Sie sind starken Schwankungen unterworfen, außerdem kann ein kreativer Finanzvorstand gerade beim Gewinn sehr einfach tricksen. Aussagekräftiger ist da schon der Buchwert eines Unternehmens. Dieser entspricht in etwa dem Eigenkapital - eine Größe, die nicht so leicht manipulierbar ist.

Gemessen am Buchwert der Unternehmen erscheinen die Aktien von Eon und Iberdrola besonders günstig, sie weisen ein Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) von 1,1 auf. Grobe Regel: Je niedriger das KBV, desto größer sind die Chancen für Anleger. Auch Enel sieht mit einem KBV von 1,3 attraktiv aus. Im Vergleich zu den anderen kann RWE mit einem KBV von 2,7 nicht mithalten, auch die französischen Versorger GDF Suez mit 3,6 und EDF mit 2,3 fallen zurück.

Wenn allerdings Vermögenspositionen zu hoch bewertet in den Bilanzen stehen, drohen Abschreibungen. Dann sinkt auch der Buchwert. Rund 1,5 Mrd. Euro muss beispielsweise Eon für sein US-Geschäft abschreiben. Für Zukäufe in Italien, Spanien und Frankreich stehen weitere Wertberichtigungen von rund 1,8 Mrd. Euro zu Buche.

Trotzdem kommt Eon bei den Analysten am besten weg. Lars Slomka, Aktienexperte bei der Deutschen Bank, hat das Kursziel für Eon auf 42,20 Euro und seine Empfehlung auf "kaufen" belassen. Nach der schwachen Kursentwicklung der vergangenen Monate werde sich der Kurs in den kommenden Monaten besser als der Marktdurchschnitt entwickeln, sagt Slomka.

Seite 1:

Stromversorger versprechen hohe Dividende

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%