Enorme Kursphantasie
ITN Nanovation geht Ende Juni an die Börse

Der für Ende Juni vorgesehene Börsengang (IPO) der Saarbrücker ITN Nanovation gilt unter Finanzinvestoren schon jetzt als eines der spannendsten, aber auch der spekulativsten IPOs im Premiumsegment Prime Standard in diesem Jahr.

HB FRANKFURT. Der Grund für diese Einschätzung liegt auf der Hand: Das im Jahr 2000 gegründete Unternehmen setzte im vergangenen Jahr lediglich 4,8 Mill. Euro um, erwirtschaftete dabei einen Verlust von 2,2 Mill. Euro, dürfte aber an der Börse zwischen 150 Mill. und 250 Mill. Euro bewertet werde. So lauten zumindestet die ersten Schätzungen von Analysten. Konsortialführer der Emission sind die Hypo-Vereinsbank (HVB) und die Commerzbank.

Grund für die enorme Kursphantasie sind trotz der aktuell noch fehlenden Umsätze und Gewinne die Produkte des Unternehmens im Nanobereich, die vor allem im Bereich der keramischen Beschichtungen und Filter enorme Verbesserungen gegenüber herkömmlichen Verfahren versprechen. So ist ITN beispielsweise stark mit Bosch und Siemens bei der Beschichtung von Haushaltsbacköfen im Geschäft. Im vergangenen Jahr wurden 850 000 Öfen mit deren Nanocat-Schicht versehen, die das Anbacken verhindert und zudem selbstreinigend ist. Seit diesem Jahr ist die Exklusivvereinbarung beendet, so dass ITN auch andere Hersteller beliefern darf.

Daneben beschichten die Saarbrücker ganze Heizkraftwerke und Hochöfen mit ihrem Produkt Nanocomp. Der Vorteil: Diese müssen nicht mehr so oft zum so genannten Abschlacken abgeschaltet werden. Bei drei deutschen Kraftwerken funktioniert das System bereits, bei 40 weiteren befindet man sich nach Angaben von Vorstandschef Tillmann Lauk in der Testphase.

Im dritten Geschäftsbereich, der allerdings noch weniger als zehn Prozent zum Gesamtumsatz beiträgt, liefert ITN Filtersysteme zur Trinkwasseraufbereitung und zur Öl-/Wassertrennung.

Die angebotenen Aktien, stammen nach Angaben aus Finanzkreisen komplett aus einer Kapitalerhöhung. Altgesellschafter wie die beteiligten Gesellschaften Nanostart und Technostart sowie Gründer, Management und Mitarbeiter geben keine Anteile ab. Der Erlös aus dem Börsengang könnte nach Ansicht von Analysten im mittleren zweistelligen Millionenbereich liegen, eventuell sogar darüber.

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