Enormes Kurspotenzial
Analysten schwören auf Unicredit

Etwas mehr als ein Jahr ist es nun her, dass die italienische Großbank Unicredit die deutsche Hypo-Vereinsbank (HVB) in der größten grenzüberschreitenden Bankenfusion Europas übernommen hat. Seitdem hat sich nicht nur in München viel geändert. Auch die italienische Mutter ist heute anders positioniert als noch im vergangenen Frühjahr.

MAILAND. Durch die Übernahme der HVB und deren österreichischer Tochter Bank Austria ist Unicredit vor allem auf den Wachstumsmärkten in Osteuropa stark vertreten. Die Anleger in Mailand haben die Fusion bereits mit deutlichen Kurssteigerungen für Unicredit honoriert. Zwar liegt die Aktie mit rund 5,90 Euro zurzeit unter ihrem Höchstkurs bei 6,32 Euro im Mai, im Vergleich mit ihrem Wert vor der Fusion bedeutet das aber immer noch ein Plus von rund 50 Prozent. Und die Analysten trauen der Bank unter der Führung von Alessandro Profumo und damit auch der Aktie noch einiges zu.

Zu den größten Optimisten für Unicredit zählen die Analysten von HSBC. Sie empfehlen den Titel mit „übergewichten“ und sehen noch Kurspotenzial bis 7,20 Euro. Die Experten rechnen damit, dass die Bank mit ihren Ergebnissen in diesem und im nächsten Jahr die Erwartungen übertreffen wird. Zudem könnte der 5. Juli, an dem die Italiener in München ihren mittelfristigen Finanzplan sowie die neue Struktur der Gruppe vorstellen, dem Kurs weiteren Schwung geben. Die Risiken sehen die HSBC-Analysten in einer möglichen Verlangsamung des Aufschwungs in Deutschland und einem überraschenden Abbröckeln der Kreditqualität.

Auch Guglielmo Zadra von Morgan Stanley rät, bei Unicredito zuzugreifen: „Jetzt kaufen, nicht auf die Details warten“, sagt er mit Blick auf die Präsentation im Juli. Sein Preisziel liegt bei 7,20 Euro. Vor allem in Deutschland sieht Zadra noch Potenzial, die Effizienz und das Cross Selling, also den Verkauf mehrerer Produkte an einen Kunden, zu steigern.

Unicredit bringt vor allem im Retail-Banking mit Privatkunden wertvolle Erfahrung aus dem italienischen Heimatmarkt mit. Außerdem macht der Analyst für die Italiener in Osteuropa noch viele Wachstumsmöglichkeiten aus, zumal die Bankendichte dort im Vergleich zu Westeuropa noch sehr niedrig sei. Sollten sich vor allem die HVB-Ergebnisse im kommenden Jahr noch besser als erwartet entwickeln, hält Zadra gar einen Kursanstieg auf acht Euro für möglich.

Die Investmentbank Goldman Sachs hält die Aktie von Unicredit trotz des deutlichen Anstiegs seit vergangenem Jahr für „unterbewertet“. Im Vergleich zu Konkurrenten werde die Bank mit einem Abschlag von sechs bis zehn Prozent gehandelt, schreiben die Analysten in ihrer jüngsten Studie vom 19. Juni. Entscheidend für die weitere Entwicklung werde die neue Struktur sein, vor allem die Frage, wie Tochter Bank Austria und deren Osteuropageschäft eingegliedert werden.

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