Enttäuschende Quartalszahlen
Anleger schicken SAP-Aktie auf Talfahrt

Die Quartalszahlen von SAP sind aus Sicht der Investoren enttäuschend. Die Aktie stürzt innerhalb weniger Minuten um mehr als sechs Prozent ab. Analysten raten trotzdem zum Kauf.
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Europas größter Softwarekonzern SAP rumpelt ins neue Jahr. Die heute vorgestellten Zahlen für das erste Quartal enttäuschen die Anleger, die sich von der Aktie trennen. Das Papier stürzt um mehr als sechs Prozent ab und notiert aktuell nur noch bei 42,80 Euro. 

Der Rücksetzer beendet vorerst einen Höhenflug. Seit Jahresanfang liegt die Aktie trotz des heutigen Rückschlags gut zwölf Prozent im Plus. In den vergangenen zwölf Monaten stieg das Papier von 33,60 Euro auf bis zu 46,15 Euro.

Der Weltmarktführer für Unternehmenssoftware konnte im ersten Quartal zwar Erlöse und Gewinn ausbauen, Experten hatten aber vor allem beim Ergebnis mit deutlicheren Zuwächsen gerechnet. Im ersten Quartal 2011 legte der Gesamtumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 21 Prozent auf 3,024 Milliarden Euro zu. 

Die Softwareerlöse wurden um 26 Prozent auf 583 Millionen Euro und der Umsatz mit Services wie Wartung um 20 Prozent auf 2,327 Milliarden Euro ausgebaut. Das Betriebsergebnis stieg um sieben Prozent auf 597 Millionen Euro. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 403 Millionen Euro - vier Prozent mehr als im Vorjahresquartal. 

Vor den Zahlen hatten sich Analysten noch mehrheitlich optimistisch gezeigt. JP Morgan, Morgan Stanley, Merril Lynch, Credit Suisse und Unicredit werteten die Aktie zuletzt unisono als Kauf. Heute sieht das Bild etwas gemischter aus. Die Analysten von Evolution Securities stuften SAP auf "neutral" zurück, auch Santander rät nur zum "halten", Alpha Value ist mit dem Anlageurteil "reduce" noch etwas skeptischer.

Die Commerzbank bestätigte nach Bekanntgabe der Zahlen die Einstufung für SAP mit "add" und einem Kursziel von 50 Euro. Allerdings schrieb auch Analyst Thomas Becker in einer aktuellen Beurteilung, dass der Start des Softwarekonzerns ins Geschäftsjahr 2011 etwas schwächer als gedacht ausgefallen sei. Vor allem der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) habe die Erwartungen klar verfehlt. Ein Blick auf die regionale Verteilung zeige allerdings, dass die Geschäfte in den USA weiter gut liefen. Ein schwächeres Quartal mache noch keinen Trend aus, schrieb Becker. 

Auf Besänftigung der Investoren war auch die SAP-Doppelspitze aus. Jim Hagemann Snabe und Bill McDermott aus bestätigen den Ausblick für das laufende Jahr. Der Umsatz mit Software und Wartung soll um bis zu 14 Prozent steigen und das Betriebsergebnis auf bis zu 4,65 Milliarden Euro zulegen. „Wir sehen ein sehr gesundes Wachstum“, sagt Snabe. „Unsere Strategie, durch Innovationen zu wachsen, zahlt sich ganz klar aus und wir sind bezüglich unserer Zukunftsperspektiven weiterhin zuversichtlich.“

Verfangen hat die Beruhigungsstrategie allerdings zunächst nicht.

Jens Hagen
Jens Hagen
Handelsblatt / Redakteur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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