Enttäuschende Zahlen
Sky-Aktie stürzt ab

So langsam reißt den Anlegern der Geduldsfaden. Nachdem der chronisch klamme Bezahlsender Sky Deutschland im dritten Quartal erneut die Erwartungen verfehlt hat, sackt die Aktie ab. Unternehmenschef Williams vertröstet die Anleger derweil auf 2011.
  • 0

HB MÜNCHEN. Die höheren Preise für das Bundesliga-Paket haben Sky Deutschland (früher Premiere) viele Kunden gekostet. "Wir haben mehr Kunden verloren als wir erwartet hatten", räumte Sky-Deutschland-Chef Mark Williams am Donnerstag in München ein. Im dritten Quartal konnten zwar etwas mehr als 200 000 neue Kunden gewonnen werden - auf der anderen Seite verabschiedeten sich auch viele, so dass unter dem Strich nur 67 000 neue Abonnenten übrig blieben.

Zwischen Juli und September enttäuschte aber nicht nur die Kundenzahl des vom Medienmogul Rupert Murdoch kontrollierten Senders. Der Umsatz sank stärker als erwartet und das Minus fiel noch höher aus als befürchtet. Die im MDax notierte Aktie ging nach den Zahlen auf Tauchstation. Bis zum Mittag verlor das 2005 für 28 Euro an die Börse gebrachte Papier rund sechs Prozent auf 2,91 Euro.

Das nach wie vor schwache Kundenwachstum veranlasste Williams das von Experten als ehrgeizig eingestufte Ziel für das kommende Jahr zu begraben. Er rechnet jetzt bis Ende 2010 nicht mehr mit 3,0 bis 3,4 Mio. Kunden wie bisher rechnet. Vielmehr will er den Sender jetzt bis Ende des kommenden Jahres mit 2,8 bis 3,0 Mio. Kunden profitabel machen. Ende September hatte Sky 2,4 Mio. Kunden. Sein Rezept klingt einfach, ist aber nach Einschätzung einiger Analysten schwer umzusetzen: Die Abonnenten sollen teure Pakete buchen und mehr zahlen. Williams rechnet bereits im laufenden und kommenden Quartal mit einem steigenden monatlichen Umsatz pro Kunde.

Zwischen Januar und März soll jeder Kunde im Schnitt pro Monat 29 Euro bringen. Im dritten Quartal lag der Wert bei knapp 26 Euro und damit rund zwei Euro höher als vor einem Jahr. Mit dieser Strategie soll der Sender trotz der geringeren Kundenzahl weiterhin bis Ende 2010 auf Basis des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) profitabel sein - zumindest auf Monatsbasis. Im laufenden Jahr rechnet der Sender mit einem operativen Verlust von 250 bis 270 Mio. Euro und präzisierte damit die bisherige Aussage. Bislang hatte das Unternehmen lediglich ein deutliches Minus prognostiziert.

Seite 1:

Sky-Aktie stürzt ab

Seite 2:

Kommentare zu " Enttäuschende Zahlen: Sky-Aktie stürzt ab"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%