Eon und RWE
Dividenden in Gefahr

Die Kurse deutscher Versorgeraktien sinken und sinken. Jetzt droht Aktionären von Eon und RWE auch noch eine Kürzung der Dividende. Bei den Analysten schneiden die beiden Konzerne ganz unterschiedlich ab.
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DüsseldorfDie Aktien von Eon und RWE schlagen sich am Mittwoch gut - zumindest im Vergleich zum Rest des Dax. Bis zum Nachmittag hielten sich die Kurse beider Aktien stabil. Für Anleger ist das ein ungewohntes Bild. Denn in den vergangenen Monaten und Jahren sind Papiere der beiden Energieversorger unter die Räder gekommen. Verglichen mit dem Wert von vor drei Jahren sind die Kurse beider Unternehmen um mehr als die Hälfte gesunken. Für RWE ging es von rund 76 auf 35 Euro, Eon-Aktien rutschten von mehr als 40 auf rund 18 Euro ab.

Doch für Anleger könnte es noch dicker kommen: Analysten sehen jetzt die Dividenden der Versorger in Gefahr. Nach Informationen aus Konzernkreisen prüfen sowohl Eon-Chef Johannes Teyssen als auch RWE-Chef Jürgen Großmann, ob die mittelfristigen Dividendenversprechen noch zu halten sind. „Wir halten an der Ausschüttungsquote von 50 bis 60 Prozent des nachhaltigen Nettoergebnisses fest“, teilte RWE zwar am Mittwoch mit. Dieses werde allerdings "massiv zurückgehen", sagte ein Analyst - entsprechend rechnet er mit einer deutlich sinkenden Dividende. Bereits im Februar hatte Konzernchef Großmann einen Gewinneinbruch angekündigt.

In Eon-Kreisen hieß es, dass der Konzern am Mittwoch nächster Woche bei der Vorlage des Zwischenberichts nicht nur über unmittelbare Folgen des Atomausstiegs berichten werde, sondern auch über die mittelfristigen Effekte. Neben Abschreibungen und höheren Rückstellungen für den Rückbau der Kernkraftwerke und einer Korrektur der Jahresprognose rechnen Eons Finanzexperten auch schon die Auswirkungen auf die mittelfristige Planung durch – und prüfen dabei, ob die Dividendenzusagen noch zu halten sind.

Auch Eon-Chef Teyssen hatte für 2011 und 2012 eine Ausschüttung von 50 bis 60 Prozent des Konzerngewinnes zugesagt. Anders als Großmann hatte er sich aber zeitgleich festgelegt, dass in beiden Jahren eine Dividende von mindestens 1,30 Euro gezahlt werden soll. 2010 hatte Eon 1,50 Euro ausgeschüttet. "Die 1,30 Euro empfinden wir als nicht mehr haltbar", sagt Analyst Peter Wirtz von der WestLB. "Eon muss Kosten sparen und wird daran auch die Aktionäre beteiligen". Er rechnet mit einer Dividende in Höhe von einem Euro als Basis für dieses Jahr. Die gute Nachricht: "Von da aus kann es nur aufwärts gehen", so Wirtz. Nach dem einmaligen Cut sehe er mittelfristig eine bessere Perspektive für das Unternehmen.

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  • Wer bei den aktuellen Kursen RWE Aktien verkauft, ist selbst schuld. Wer in Deutschland Massen an Strom braucht kommt an Eon und RWE nicht vorbei. Und Massen von Privathaushalten senden diesen Riesenunternehmen jeden Monat brav Ihre Abschlagszahlungen für den viel zu teueren Strom. Daran ändert die bescheuerte Atomausstiegsdebatte garnichts und die Dummheit der Analysten und Finanzreporter auch nicht. Diese Firmen sind Gelddruckmaschienen. Folglich sind die Aktien völlig unterbewertet. Wohl dem Anleger der sich von Artikeln wie diesen nicht ins Boxhorn jagen läßt.

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