Eon und RWE
Hoffen auf das Ende der Atomsteuer

Kommen die deutschen Versorger doch noch um die Atomsteuer herum? Am Aktienmarkt sorgen entsprechende Spekulationen für Kursgewinne bei den Aktien von RWE und Eon.
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FrankfurtMedienberichte über die Abschaffung der Atomsteuer lassen die Energieversorger hoffen. Gegen den Markttrend legten die Aktien von Eon und RWE am Mittwoch zu und lagen am Nachmittag mit Zugewinnen von 2,2 bzw. 1,6 Prozent hinter der Commerzbank an der Spitze im Dax. In Regierungskreisen hieß es, ohne die Steuer könnten die Versorger mehr in Ökostrom investieren. Zudem könnten drohende Klagen gegen die Abgabe abgewendet werden. Beschlüsse gebe es aber noch nicht. Eon-Chef Johannes Teyssen hatte die Belastungen durch die Steuer für seinen Konzern allein in diesem Jahr auf 800 Millionen Euro beziffert. RWE-Chef Jürgen Großmann kommt auf 300 bis 400 Millionen Euro.

Die Nachricht gab den Aktien Auftrieb und Börsianer äußerten sich positiv. Selbst eine Senkung oder der Verzicht auf eine Erhöhung der Steuer würden sich positiv auf die Kurse auswirken, meinen Börsianer. Es könnte den Aktien neuen Schwung verleihen. Die endgültige Abschaltung der Atomkraftwerke im Rahmen der Energiewende sei schon eingepreist, sagen Analysten.

LBBW-Analyst Bernhard Jeggle schrieb, eine Streichung der Steuer wäre für die Unternehmen eine gute Überraschung. Bislang will Finanzminister Wolfgang Schäuble von den vier größten Energieversorgern im Schnitt jährlich rund 2,3 Milliarden Euro kassieren, im Gegenzug für eine Verlängerung der AKW-Laufzeiten. Ein Verzicht auf die Steuer könnten auch drohende Klagen gegen die Abgabe abwenden. Inwieweit sich ein Steuerverzicht auf die Gewinnprognose der Stromkonzerne auswirken könnte, hängt vom gesamten Energiepaket ab.

Patrick Hummel von der UBS bevorzugt Eon im Vergleich mit RWE. Grund sei die höhere Dividende und das geringere Verwässerungsrisikos beim Ergebnis je Aktie.

Zuletzt hatte es kaum gute Nachrichten für die beiden Konzerne gegeben. Die Kernkraft steht nach der Atomkatastrophe in Japan vor dem aus, die Politik will eine Energiewende, die Frage scheint nur noch, wie schnell sie kommt. Die Kurse der beiden Aktien waren zuletzt stark gesunken, bei RWE sogar auf ein Jahrestief von 40,21 Euro. Der Essener Konzern will bis 2025 die Erzeugung zu 30 Prozent aus erneuerbarer Energie leisten. Derzeit liegt der Anteil bei 5,6 Prozent.

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