Erfolgreiches Jahresendgeschäft weckt Optimismus
US-Institute erwarten 2005 viele Börsengänge

Nach einem schwachen Auftakt kam der Markt für Börsengänge im laufenden Jahr noch kräftig in Schwung. Nach Einschätzung des Datendienstes Dealogic stieg das Emissionsvolumen weltweit auf 135,5 Mrd. Dollar. Das war fast das Dreifache des Vorjahreswerts von 49,7 Mrd. Dollar.

tmo NEW YORK. Der Aufschwung lässt die Kassen der Emissionsbanken klingeln. So verdienten die Konsortialbanken laut Dealogic im vergangenen Jahr an Börsengängen 4,9 Mrd. Dollar an Börsengängen - besser lief das Geschäft nur im Boomjahr 2000. Laut dem Finanzdatendienst Thomson Financial wagten sich allein in der dritten Dezemberwoche 20 Unternehmen aufs US-Parkett. Nach dem starken Endspurt zeigen sich Investmentbanker nun auch optimistisch für das nächste Jahr. „Wir haben ein gesundes Aufgebot von Unternehmen, die demnächst an die Börse gehen wollen“, sagte Mark Hantho von Morgan Stanley.

Unter anderem plant die französisch-angelsächsische Investmentbank Lazard nach 156 Jahren in Privathand ihren Börsengang. Lazard hofft auf Einnahmen von 850 Mill. Dollar. Auf den Kurszettel strebt auch der Satellitenbetreiber Panam-Sat, der eine Mrd. Dollar erzielen will. Hinter Panam-Sat stehen mehrere Beteiligungskapitalgeber (Private-Equity-Firmen).

Zu den erfolgreichen Emissionen der jüngsten Zeit zählt der Börsengang des US-Kohleförderers Foundation Coal. Das New Yorker Private-Equity-Haus Blackstone hatte Foundation Coal weniger als vier Monate zuvor dem deutschen Bergbau- und Chemiekonzern RAG abgekauft. Laut der Agentur AFX stammten in diesem Jahr 38 Börsenkandidaten aus Private-Equity-Portefeuilles.

Unter den Emissionsbanken erzielte der US-Finanzriese Citigroup weltweit die höchsten Einnahmen aus Börsengängen, Kapitalerhöhungen und Wandelanleihen, meldet Dealogic. Citigroup profitierte von guten Verbindungen zu Private- Equity-Firmen, die in diesem Jahr auch Neues ausprobierten: So begleitete Citigroup im April die Emission von Apollo Investment. Dieses Anlagevehikel des Private-Equity- Hauses Apollo Management sammelte 1,1 Mrd. Dollar ein, die in Private-Equity-Fonds flossen. Für Privatanleger, die üblicherweise keinen Zugang zu geschlossenen Private-Equity-Fonds haben, bedeutete die Emission einen neuen, wenn auch durch hohe Gebühren teuren Zugang zu dieser Anlageklasse. Andere US-Beteiligungskapitalgeber planten ähnliche Börsenvehikel. Doch mangels Anlegerinteresse landeten die Pläne in der Schublade.

Die meisten Börsengänge begleitete unterdessen die US-Investmentbank Morgan Stanley. Sie verwies in dieser Kategorie erstmals seit vielen Jahren den Erzrivalen Goldman Sachs auf den zweiten Platz, gefolgt von Citigroup. Die Deutsche Bank landete weltweit auf Platz sieben beim Emissionsvolumen und Platz acht bei den Gebühreneinnahmen.

Morgan Stanley begleitete federführend den Börsengang des weltgrößten Internetsuchdienstes Google, gemeinsam mit der Credit- Suisse Tochter Credit Suisse First Boston. Die holprige, aber letztlich erfolgreiche Internetauktion von Google-Aktien brachte im August 1,67 Mrd. Dollar ein. Mit Goldman Sachs teilte sich Morgan Stanley die Konsortialführung bei der größten US-Aktienemission des Jahres, dem 2,9 Mrd. Dollar schweren Parkettauftritt von Genworth Financial. Genworth entstand als Abspaltung des Mischkonzerns General Electric, der sein Versicherungsgeschäft weitgehend in Genworth bündelte und an die Börse brachte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%