Erfurter Solarzellen-Hersteller plant Erstnotiz noch Ende September
Ersol soll bis zu 400 Millionen Euro wert sein

Der Erfurter Solarzellen-Hersteller Ersol dürfte nach Schätzungen von Analysten bei seinem bevorstehenden Börsengang (IPO) einen Preis von rund 40 Euro je Aktie erlösen. Das geht aus einer aktuellen Studie von Konsortialführer Deutsche Bank hervor.

scc FRANKFURT/M. Das Unternehmen hat am Dienstag zwar Eckpunkte der Emission vorgestellt. Die Preisspanne soll jedoch frühestens am kommenden Montag bekannt gegeben werden. Wie schon der Börsenkandidat Interhyp, der sich am Montag der Öffentlichkeit präsentierte, will auch Ersol erst auf einer europaweiten Roadshow in dieser Woche das Interesse institutioneller Investoren ausloten.

Anschließend können die Anleger in einer verkürzten Preisfindungsphase von voraussichtlich vier Tagen („Accelerated Bookbuilding“) die Aktie zeichnen. Interessant wird dabei sein, wie die Investoren auf den hohen Marktwert von rund 400 Mill. Euro, den Ersol nach Ansicht der Deutschen Bank hat, reagieren werden. Die beiden Analysten Lars Slomka und Alexander Karnick haben in ihrer Studie zur Emission ein durchschnittliches Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 18,3 im kommenden Jahr für Werte aus dem Solarbereich ausgemacht. Branchenprimus Solarworld, dessen Aktie im vergangenen Jahr mit einem Zuwachs von rund 500 Prozent der erfolgreichste Titel im gesamten Prime Segment der Deutschen Börse war und die Gewinnerliste mit einem Plus von 150 Prozent im ersten Halbjahr 2005 erneut anführte, hat aktuell sogar ein KGV von 29. Zu Solarworld als vergleichbarem Wert sollte Ersol mit einem kleinen Abschlag gehandelt werden, heißt es in der Studie.

Das Unternehmen selbst sieht sich sehr gut positioniert. Mit zwei der weltgrößten Silizium–Hersteller hat Ersol Lieferverträge bis ins Jahr 2015 abgeschlossen und sich damit gegen den Engpass beim Rohprodukt Silizium abgesichert. „Aktuell sind die Marktpreise hier bereits doppelt so hoch gegenüber den Preisen, die wir bezahlen müssen“, sagt Ersol-Vorstandschef Claus Beneking. Auf der Verkaufsseite gibt es ebenfalls langfristige Verträge mit namhaften Abnehmern wie der japanischen MSK oder der Dresdner Solon, mit deren Börsendebüt Experten ebenfalls in Kürze rechnen.

Der Erlös aus dem Börsengang dürfte nach Schätzung von Analysten voraussichtlich bei 150 Mill. Euro liegen, wovon rund 120 Mill. Euro dem Unternehmen direkt zufließen werden. Damit soll das Kerngeschäft ausgebaut werden. Außerdem ist die Übernahme kleinerer Wettbewerber im Gespräch. Seine Produktionskapazität von 25 Megawatt (MW) im vergangenen Jahr will Ersol 2005 auf 60 MW und bis 2007 auf 110 MW steigern.

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