Erneuerbare Energien
Welche Aktien von der Energiewende profitieren

Mit dem Absturz des Solaraktien haben sich viele Anleger in 2012 die Finger verbrannt. Die Branche leidet unter massiven Überkapazitäten, Solarmodule sind von Preisverfall betroffen. Doch Anleger haben Alternativen.
  • 3

FrankfurtTrotz der schlechten Performance, die Solaraktien im vergangenen Jahr hingelegt haben, ist Roberto Cominotto, Fondsmanager bei Swiss & Global Asset Management, überzeugt: "Den erneuerbaren Energien gehört die Zukunft." Denn immer mehr Länder - von Deutschland über die USA, Japan bis hin zu China - setzen verstärkt auf diese Energieform und investieren massiv in deren Ausbau.

Für Cominotto wie für viele Marktbeobachter sind derzeit in erster Linie solche Unternehmen interessant, die indirekt vom wachsenden Ökostrom-Anteil profitieren. Dazu zählten Firmen, die die dringend erforderliche Ausweitung der Stromnetze vorantreiben. Die bisherige Kapazität der Verteilnetze reiche für den Ausbau der erneuerbaren Energien auf Dauer nicht aus, sagt der Energie-Experte.

"Vor allem in China und den USA stehen massive Investitionen an, da das bislang bestehende Stromnetz stark überlastet ist." Hinzu kommt, dass auch viele Offshore-Windparks ans Netz angeschlossen werden müssten, wie Nektarios Kessidis, Aktienfondsmanager bei der DWS, erklärt.

Allein in Deutschland sind nach Berechnungen der Deutschen Energieagentur (Dena) bis 2030 rund 27,5 Milliarden Euro für 160.000 Kilometer neue oder umgebaute Leitungen nötig.

Attraktiv sind laut Cominotto daher Unternehmen wie der italienische Kabelbauer Prysmian oder NGK Insulator, ein japanischer Hersteller von Keramikisolatoren für Hochspannungsmasten.

Aber auch Siemens, der Schweizer Elektrokonzern ABB und die auf Infrastrukturprojekte spezialisierten US-Baukonzerne MasTec, Quanta Services oder MyrGroup, seien angesichts des anstehenden Stromnetzausbaus einen Blick wert, meint Cominotto.

Seite 1:

Welche Aktien von der Energiewende profitieren

Seite 2:

Japan steht im Fokus

Kommentare zu " Erneuerbare Energien: Welche Aktien von der Energiewende profitieren"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die Anmerkung zu Japan unterschlägt, dass das Land ungeachtet des (geplanten) Ausstiegs aus dem Atomausstieg stark auf erneuerbare Energien setzt. So sollen allein in bzw. vor Fukushima ein 400 MW Solarkraftwerk und ein 1000 MW Offshore-Windpark entstehen.

  • Zitat: "Die knapp 600 MW installierter Kapazität haben 2012 im Mittel gerade einmal 5% (26 MW) Strom produziert"

    Sie schreiben da Zahlen auf, die keinen Sinn ergeben. Installierte MW erzeugen MWh. Um den Nutzungsgrad einer WKA zu bestimmen, muss man mögliche MWh mit tatsächlichen MWh oder mögliche Volllaststunden mit tatsachlichen Volllaststunden vergleichen.

    In BW spielt Windenergie (noch) keine wesentliche Rolle bei der Energieversorgung. PV ist dagegen, wie in Bayern sehr lukrativ. PV-Anlagen sind die Zusatzrente vieler BW-ler.

  • Zu dem Artikel könnte man eine Menge schreiben. Aus momentanem Blickwinkel aber nur zwei Aspekte:
    1. Japans neue Regierung hat den Ausstieg aus dem Ausstieg von der Kernenergie beschlossen. Man will die als sicher eingeschätzten Anlagen wieder in Betrieb nehmen und will neue Kernkraftwerke bauen. Die Blamage der deutschen "Energiewende", die außer einer gigantischen Subventionsblase keine der gewünschten Effekte zeigt, dürfte hier sicherlich als mahnendes Beispiel dienen.
    2. Was die deutsche "Energiewende" bringt, sieht man deutlich am geplanten massiven Ausbau der Windenergie in Baden-Württemberg: Die knapp 600 MW installierter Kapazität haben 2012 im Mittel gerade einmal 5% (26 MW) Strpm produziert, zu 40% der Zeit weniger als 10 MW. Und mehr als 300 MW gab es immerhin an 4 Stunden in 2012.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%