Erst ab dem kommenden Jahr dürften die Preise allmählich nachgeben – Hohe Nachfrage aus China und den USA
Kupfer bleibt bis 2005 knapp und teuer

Der Kupferpreis bleibt nach Ansicht von Rohstoffexperten mindestens noch bis zum Jahresende auf seinem derzeit hohen Niveau. Erst ab 2005 dürften die Notierungen nachgeben und 2006 schließlich rund ein Viertel unter dem derzeitigen Niveau von rund 2900 Dollar je Tonne liegen. Grund: Das Angebot beginnt dann langsam, mit der stürmischen Nachfrage wieder Schritt zu halten.

LONDON. Derzeit sind die weltweiten Vorräte an Kupfer auf den niedrigsten Stand seit 14 Jahren gesunken. Der Preis hatte im März mit 3 030 Dollar je Tonne den höchsten Stand seit achteinhalb Jahren erreicht: jetzt nimmt er nach einer kurzen Konsolidierungsphase einen neuen Anlauf auf diese Spitzenmarke.

Die Nachfrage aus China und der USA hat seit Jahresbeginn kräftig zugenommen: China braucht das Metall vorwiegend, etwa zu 30 Prozent, für den Ausbau seines Energienetzes. Und die boomende US-Bauindustrie kann nicht genug von dem roten Metall für Heizungsrohre, Dächer- und Fassaden und Elektroleitungen bekommen. Weltweit entfallen etwa 40 Prozent des Kupferverbrauchs auf die Bauwirtschaft.

Nach den Schätzungen der Investmentbank Credit Suisse First Boston wird der weltweite Kupferverbrauch 2004 um fast sieben Prozent auf 16,8 Mill. Tonnen zunehmen, die Erzeugung aber um mindestens eine halbe Mill. Tonnen dahinter zurückbleiben.

Analysten sehen einen ständig steigenden Bedarf an dem äußerst vielseitig verwendbarem Industriemetall, etwa im Automobilbau, der elf Prozent des Angebots aufnimmt. In jedem Fahrzeug sind 18 bis 28 Kilogramm Kupfer verarbeitet – Tendenz steigend.

Die Rohstoffspekulanten in New York und London sind daher euphorisch: „Die Chinesen kaufen wieder“, feierte James Koppel von der Societe General in New York dieser Tage das vorläufige Ende der Korrekturphase. Der Kupferpreis hatte im April und Mai etwa 13 Prozent seines kurz zuvor erreichten Hochs abgegeben, als China Maßnahmen zur Abkühlung seiner überhitzten Konjunktur ankündigte. Mit einer um 20 Prozent expandierenden Industrieproduktion hatte das Reich der Mitte schließlich maßgeblich zu dem Boom der Metallpreise seit 2003 beigetragen. China verbraucht jede fünfte Tonne des Metalls.

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