Erste Angebote wahrscheinlich Anfang 2006 - Börsengehandelte Kandidaten holen Bewertungsabschläge bereits auf
Immobilien-Aktien begeistern Experten

Die Umwandlung von Immobilienaktiengesellschaften in so genannte Reits soll ihren Aktionären kräftige Renditesprünge bescheren. Reits sind steuerbegünstigte Immobilien-AGs. Nach Auffassung von Frederic Mathier, Reits-Experte und Fondsmanager bei Credit Suisse Asset Management (CSAM), werden Kursgewinne ebenso wie steigende Dividenden zum wachsenden Anlageerfolg beitragen.

rez/rrl FRANKFURT/M. Mathier berief sich dabei in einer Veranstaltung in Frankfurt auf Erfahrungen in Ländern, die bereits Reits eingeführt haben, beispielsweise Frankreich.

Die deutschen Reits werden höchstwahrscheinlich von der Körperschaft- und Gewerbesteuer befreit. Dadurch steigt ihr Gewinn nach Steuern, so dass sie höhere Dividenden zahlen können. Da die Umwandlung in einen Reit darüber hinaus daran gekoppelt wird, dass 90 Prozent des Gewinns an die Aktionäre ausgezahlt werden, hebt dies die Dividenden zusätzlich an. Die Analysten der auf die Bewertung von Immobilienaktien spezialisierten niederländischen Bank Kempen & Co. erwarten, dass etwa die Dividende der IVG Immobilien um 75 Prozent steigen wird. Die IVG zahlte für 2003 eine Dividende von 0,34 Euro. Mathier rechnet deshalb wie andere Immobilienanalysten auch damit, dass die Dividendenrenditen steigen, obwohl die Kurse anziehen.

Die Kursgewinne wiederum resultieren aus zwei Effekten. Der eine: Herkömmliche Immobilienaktien werden mit Abschlägen auf den Nettovermögenswert (NVW) der Immobilien gehandelt. Das heißt: Die Marktkapitalisierung der AG ist geringer als die Summe aller Immobilienwerte nach Abzug der Schulden. Für Reits werden dagegen an der Börse Aufschläge auf den NVW gezahlt. Analysten der Deutschen Bank berichten, französischen Immobilienaktien seien vor ihrer Umwandlung in Reits mit Abschlägen von 20 bis 25 Prozent gehandelt worden. Seit der Einführung der Reits im Jahr 2003 würden Aufschlägen von teils über 30 Prozent gezahlt.

Als weiteren Effekt erwartet Mathier, dass auch die NVW steigen. Sein Kalkül: In die Bewertung der Immobilien sind die Steuern eingeflossen, die bei einer Veräußerung der Immobilie auf den Veräußerungsgewinn zu zahlen wären.

Diese latenten Steuern seien nun nicht mehr zu berücksichtigen, weil der Verkauf der Immobilien wegen der Steuerfreiheit nicht mehr mit Steuern belastet werden. Darum stiegen die NVW, sagt Mathier. Allerdings sehen die Experten von Kempen & Co. die Steuereffekte weniger optimistisch als Mathier. Sie verweisen darauf, dass die deutschen Reit-Kandidaten IVG, Deutsche Euroshop (DES) und Deutsche Wohnen (DW) ohnehin wenig Steuern zahlten.

Die DES nutze Verlustvorträge, die DW könne ihre Steuerlast mit Hilfe ihres Wohnimmobilienportfolios optimieren und die IVG nutze die Möglichkeit, Veräußerungserlöse steuerbegünstigt binnen drei Jahren zu reinvestieren.

Seite 1:

Immobilien-Aktien begeistern Experten

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%