Erste Biotech-Firma seit 2001 hat Börsengang gewagt
Schwaches Börsendebüt von Epigenomics

Die Aktie der Biotechnologiefirma Epigenomics ist bei ihrem Börsendebüt am Montag unter ihren Ausgabepreis gefallen.

HB FRANKFURT. Die Aktie startete zunächst zum Ausgabepreis von neun Euro in den Handel, wurde aber bereits in der ersten Handelsstunde bei 8,77 Euro gehandelt. „Es gibt offensichtlich einige Marktteilnehmer, die selbst bei dem auf neun Euro gesenkten Ausgabepreis die Aktie für überbewertet halten“, sagte Björn Fromkorth, Händler bei Lang & Schwarz.

Epigenomics hatte vergangene Woche die Preisspanne für ihre Aktien auf neun bis elf Euro von zuvor 11,90 bis 14,50 Euro gesenkt. Fondsmanager hatten die ursprüngliche Preisspanne als zu hoch kritisiert. Nach fast zweijähriger Flaute ist Epigenomics der vierte Börsengang in Deutschland in diesem Jahr. Zugleich ist das Berliner Unternehmen hier zu Lande die erste Biotech-Firma seit 2001, die eine Notierung auf dem Kurszettel wagt.

Durch die Ausgabe von rund 4,6 Mill. Aktien fließen Epigenomics, die unter anderem Produkte zur Krebsdiagnostik entwickeln, nach eigenen Angaben brutto zumindest rund 41,6 Mill. Euro zu. Sollte die Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) von knapp 0,7 Mill. weiteren Papieren voll ausgeübt und ganz aus dem genehmigten Kapital der Gesellschaft gedeckt werden, würde sich die Summe auf etwa 47,8 Mill. Euro erhöhen.Nach Ausübung der Mehrzuteilungsoption befinden sich den Angaben zufolge rund 32 Prozent der Unternehmensanteile in freiem Umlauf. Epigenomics wird an der Börse mit insgesamt rund 150 Mill. Euro bewertet.

Ursprünglich hatte Epigenomics mit Erlösen von 55 bis 67 Mill. Euro gerechnet. Das hätte nach früheren Aussagen von Finanzchef Oliver Schacht die Finanzierung bis zum Erreichen der Gewinnschwelle sichergestellt. Experten erwarten erste Gewinne im Jahr 2008. Im vergangenen Jahr hatte die Firma bei einem Umsatz von rund 10,8 Mill. Euro einen Nettoverlust von 6,7 Mill. Euro verbucht. Die Einnahmen aus dem Börsengang will die 1998 gegründete und inzwischen 145 Mitarbeiter zählende Gesellschaft in die Produktentwicklung stecken. „Die Erlöse aus der Emission erlauben Epigenomics, die Produkt-Pipeline zu erweitern“, erklärte Epigenomics-Chef Alexander Olek.

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