Erste Neuemission nach der Postbank
Biotech-Unternehmen Epigenomics will im Juli an die Börse

Börsenkandidat Nummer eins nach der Postbank ist die Berliner Epigenomics AG. Bereits ab Mitte Juli soll die Aktie im Prime Standard der Deutschen Börse gelistet werden. Das erfuhr das Handelsblatt aus Börsenkreisen.

scc/shf FRANKFURT/M. Das Konsortium wird nach Angabe des Going Public Magazins von Morgan Stanley angeführt. Des weiteren begleiteten Lehman Brothers und die DZ Bank die Emission. Eine Sprecherin von Epigenomics wollte die Börsenpläne nicht bestätigen. Man halte sich seit längerem bereit für einen Börsengang (IPO).

Das 1998 gegründete Unternehmen mit derzeit 146 Mitarbeitern konzentriert sich auf Verfahren zum Nachweis von Krebserkrankungen auf Basis „epigenetischer“ Faktoren. Dabei geht es um spezielle Moleküle, die an einzelne Bausteine des Erbmoleküls DNS angelagert sind.

Über die Analyse der Methylierungsmuster zielen die Forscher darauf, Krebserkrankungen nachzuweisen und genauer einzuordnen. Als ein wichtiger Vorteil gilt dabei, dass der Nachweis der Methylierung über Blutproben möglich ist und keine Gewebeproben erfordert. Das Interesse der Pharmabranche an solchen Technologien ist zuletzt stark gewachsen. Zum einen eröffnen sich neue Testverfahren für die medizinische Praxis. Zum anderen hofft man, die klinische Forschung zu beschleunigen.

Einen wichtigen Durchbruch erzielte Epigenomics vor einem Jahr mit einer umfangreichen Kooperation mit dem Baseler Roche-Konzern, dem Weltmarktführer bei Diagnostika. Ziel der Allianz im Umfang von bis zu 100 Mill. Euro ist die Entwicklung neuer Früherkennungstests für Krebs. Weitere Kooperationen hat Epigenomics mit Wyeth und Astra-Zeneca vereinbart.

Epigenomics ist eines von etwa einem halben Dutzend deutschen Biotechfirmen, die als mögliche Börsenkandidaten gehandelt werden. Dazu werden die Berliner Jerini, die Göttinger Develogen und die Münchener Wilex gezählt. Insgesamt herrscht unter VC-Fonds aber Unsicherheit darüber, inwieweit der Kapitalmarkt bereit ist, Biotech-Firmen aufzunehmen. Die Mehrzahl derer, die während des Booms im Jahre 2000 an die Börse kam, notiert unter Emissionspreis. Die französische IDM scheiterte vor wenigen Tagen mit einem geplanten IPO. Die knapp 20 Biotechfirmen, die 2004 in den USA an die Börse gingen, zeigten eine durchwachsene Performance.

Als positives Signal werden die Börsenpläne der französischen Biomerieux betrachtet. Auch die Münchener GPC demonstriert derzeit mit einer umfangreichen Kapitalerhöhung Zuversicht. Die Zeichnungsfrist läuft noch bis zum 28. Juni.

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