Erster Börsengang 2017
Chemie-Firma Alzchem macht den Auftakt

Ein Chemieunternehmen aus dem bayerischen Trostberg soll 2017 als erster Unternehmen an die Frankfurter Börse gehen. Alzchem will so eine neue Anlage zur Produktion von Tierfutter-Zusatzstoffen finanzieren.
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FrankfurtDer Spezialchemie-Hersteller Alzchem aus dem bayerischen Trostberg strebt als erstes Unternehmen in diesem Jahr an die Frankfurter Börse. Die Finanzinvestoren Peter Löw und Martin Vorderwülbecke, die Alzchem 2009 von Evonik gekauft hatten, suchen damit den Ausstieg. Die Erstnotiz ist bis Mitte Februar geplant. Die Firma selbst will mit dem Börsengang 40 bis 50 Millionen Euro für eine neue Anlage zur Produktion von Tierfutter-Zusatzstoffen einnehmen, wie sie am Montag mitteilte. Insgesamt soll die Emission aber bis zu 200 Millionen Euro schwer werden, wie zwei Insider der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Die Alteigentümer wollen ihre Beteiligung auf weniger als 50 Prozent reduzieren.

Alzchem, benannt nach dem Voralpen-Flüsschen Alz, ist aus der SKW Trostberg hervorgegangen, die in Degussa und später in Evonik aufging. Löw und Vorderwülbecke, die als Gründer des umstrittenen börsennotierten Finanzinvestors Arques Industries (heute Gigaset ) bekannt wurden, kauften Alzchem mit privatem Kapital für 79 Millionen Euro. Auch der ehemalige Arques-Manager Markus Zöllner ist daran beteiligt.

Das Unternehmen setzte in den ersten neun Monaten 2016 mit knapp 1500 Mitarbeitern gut 250 Millionen Euro um, der operative Gewinn (Ebitda) lag bei 35 Millionen Euro. Zu den wichtigsten Alzchem-Produkten zählen der Futtermittel-Zusatzstoff Creamino und Creapure, ein Nahrungsergänzungsmittel auf Kreatin-Basis.

Organisiert wird der Börsengang federführend von Societe Generale und der Baader Bank.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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