Erstes Hedgefonds-Listing in USA
Man Group bekommt kalte Füße

Angesichts der Turbulenzen am US-Hypothekenmarkt verschiebt die britische Man Group offenbar ihre Pläne, erstmals einen Hedgefonds an die New Yorker Börse (Nyse) zu bringen.

HB BOSTON. Wie Reuters am Donnerstag aus dem Umfeld des Unternehmens erfuhr, wurden die Pläne für eine Börsennotierung auf unbestimmte Zeit zurückgestellt. Die in London angesiedelte Gruppe hatte im Mai gegenüber den US-Aufsichtsbehörden ihr Interesse bekundet, im September den Hedgefonds „Man Dual Absolute Return Fund“ in New York an die Börse zu bringen. Ein Sprecher von Man war nun zunächst nicht für einen Kommentar erreichbar. Die Aktien verloren in London 5,36 Prozent auf 499 Pence.

Der Börsengang des Fonds wäre ein Meilenstein für den Hedge-Fonds-Anbieter, der mehr als 60 Mrd. Dollar für Investoren verwaltet. Damit hätten weitaus mehr US-Amerikaner Zugang zu Hedge-Fonds erhalten: Bisher stand die Investmentklasse nur sehr reichen US-Bürgern offen. Die Mindestanlage für einen Man-Fonds lag bei einer Million Dollar.

Branchenexperten vermuteten, dass Verluste bei den Man-Geschäftspartnern Tykhe Capital und AHL Core für die Verschiebung verantwortlich sind. Der Hedge-Fonds Tykhe, der durch computergestütztes „Algo-Trading“ Leerverkäufe in US-Aktien tätigt, hatte einem Investor zufolge im August allein 20 Prozent an Wert verloren. Bei den als hoch riskant geltenden Leerverkäufen spekulieren Investoren auf fallende Kurse. Sie leihen sich dabei Aktien von einer Bank aus und verkaufen diese in der Hoffnung, sich später an der Börse günstiger wieder eindecken zu können. Tykhe sollte etwa 85 Prozent der Fonds-Anteile verwalten, hieß es in der Man-Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC, in der der Börsengang angekündigt wurde.

Die Kreditprobleme in den USA sind jüngst wieder verstärkt ins Zentrum gerückt, nachdem die französische Großbank BNP Paribas wegen ihres Engagements am US-Hypothekenmarkt drei Fonds auf Eis gelegt hatte. Zudem berichtete das „Wall Street Journal“, dass ein zweiter Hedgefonds von Goldman Sachs in ernste Schwierigkeiten geraten sei.

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