Erstnotiz am 5. Mai
Air Berlin hofft auf 350 Millionen Euro durch Börsengang

Die Verluste schreibende Billig-Fluggesellschaft Air Berlin will mit ihrem für Anfang Mai geplanten Börsengang rund 350 Millionen Euro einnehmen. Die Erstnotiz im Prime Standard der Frankfurter Börse sei für den 5. Mai geplant, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Emissionsprospekt.

HB FRANKFURT. Dem Unternehmen selbst sollen die Erlöse aus der geplanten Kapitalerhöhung zufließen. Erwartet wird ein Erlös von 350 Millionen Euro, wovon nach Abzug aller Kosten 290 Millionen Euro in das Unternehmen fließen sollen. Zudem wollen Altaktionäre die Hälfte der Unternehmensanteile im Zuge des Börsengangs verkaufen. Zum gesamten Emissionsvolumen, dem Preis der Aktien und der Höhe des künftigen Streubesitzes (Freefloat) wurden im Prospekt keine Angaben gemacht. Am Finanzmarkt wird ein Gesamtvolumen um die 800 Millionen Euro für möglich gehalten.

Mit der Werbetour bei potenziellen Investoren will das Management am Freitag starten. Die Preisspanne soll dem Prospekt zufolge aber erst am 27. April veröffentlicht werden. Die Papiere können dann vom 28. April bis zum 4. Mai gezeichnet werden. Geschäftspartner und Top-Bonus-Kunden würden bevorzugt bedient, teilte das Unternehmen mit. Die Aktienemission organisieren die Commerzbank und Morgan Stanley federführend. Mit im Bankenkonsortium sind die NordLB und Societe Generale.

Rund die Hälfte der Einnahmen will Air Berlin dem Prospekt zufolge nun doch zur Finanzierung der bestellten 55 neuen Airbus-Maschinen verwenden. Bisher hieß es, für den Kauf dieser Flugzeuge sei der Börsengang nicht notwendig. Zudem will das Unternehmen einen Teil der Schulden abbauen. Der Rest dient der Expansion unter anderem in Skandinavien und Osteuropa. Air Berlin will die dritte Position auf dem europäischen Billigflugmarkt hinter Ryanair und easyJet behaupten.

2005 schrieb die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft nach Lufthansa bereits im zweiten Jahr in Folge rote Zahlen. Den Fehlbetrag von rund 116 (2004: minus 2,9) Millionen Euro führte Air Berlin vor allem auf hohe Treibstoffkosten und auf Sonderbelastungen aus der Umstellung auf die internationalen IFRS-Bilanzierungsregeln zurück. In diesem Jahr erwartet die Commerzbank als eine der federführenden Banken beim Börsengang bei Air Berlin einen Nettogewinn von gut 50 Millionen Euro.

Air Berlin wäre nach Wacker Chemie die zweitgrößte Neuemission in Deutschland in diesem Jahr. Nach früheren Aussagen von Vorstandschef Joachim Hunold soll die Zahl der neuen Aktien die von den Altgesellschaftern angebotenen Aktien übersteigen. Gerechnet wird mit einem Streubesitz zwischen 65 und 75 Prozent. Derzeit gehört Air Berlin sieben Investoren, darunter auch Hunold, der fünf Prozent hält, aber keine Aktien verkaufen will.

Für das Führungsgremium der nach britischen Recht gegründeten Air Berlin Plc. sind als nicht operativ tätige Mitglieder mit Aufsichtsfunktion unter anderem Bahn-Chef Hartmut Mehdorn und der Vorstandsvorsitzende des Handelskonzerns Metro, Hans-Joachim Körber, im Gespräch. Auch der frühere Hapag-Lloyd- und TUI-Manager Claus Wülfers sei gefragt worden, heißt es in dem Börsenprospekt. Nach britischem Recht sind Vorstände und Aufsichtsräte nicht getrennt, sondern in einem Gremium tätig.

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