Erstnotiz für Ende September geplant
Polens Gasmonopolist plant Börsengang

Der polnische Finanzminister, Jacek Socha, hat gestern die Teilprivatisierung von 15,2 Prozent der Anteile des Warschauer Energie- und Gasmonopolisten Polskie Górnictwo Naftowe i Gazonictwo (PGNiG) angekündigt. Der Wert der Anteile entspricht 1,5 Mrd. Zloty (etwa 375 Mill. Euro). Die Aktie soll an der Börse Warschau erstmals am 23. September notiert werden, zwei Tage vor den Parlamentswahlen.

rev/rp WARSCHAU/DÜSSELDORF.Die konservative Opposition Polens, die vermutlich im Herbst die Macht übernehmen wird, hat Widerstand gegen das Projekt angekündigt und will einen Untersuchungsausschuss einberufen.

Es handelt sich um einen der größten Börsengänge der letzten Jahre in Polen. Es wird mit ähnlich starkem Anlegerinteresse gerechnet wie bei der Teilprivatisierung der PKO BP, Polens größter Bank. Der PGNiG-Börsengang wird schon seit rund einem Jahr erwartet. Die Regierung nutzt die Privatisierungen, um die Staatskasse aufzubessern.

Für den Börsengang plant PGNiG eine Kapitalerhöhung. Zusätzlich zu den fünf Millionen Aktien des Staatskonzerns sollen 900 Mill. „B-Aktien“ ausgegeben werden. Die Preisspanne der neuen Aktien soll am 31. August festgelegt werden. Den Börsengang begleiten die HSBC Bank und die BDM PKO Bank Polski. Privatanleger können die Aktien vom 1. bis zum 9. September zeichnen. Für Institutionelle läuft die Frist vom 13. bis 15. September, teilte das Ministerium mit.

Erst Ende Juli hat der Gaskonzern einen Konsortialkredit über insgesamt 900 Mill. Euro von mehreren Banken erhalten. Mit dem Geld will er nach eigenen Angaben Altschulden zurückzahlen. Zudem sollen damit Projekte und geplante Investitionen abgesichert werden. PGNiG hat sich bis 2008 ehrgeizige Ziele gesetzt. Insgesamt sollen 8,2 Mrd. Zloty in die polnische Gasproduktion und -lagerung investiert werden. Ziel ist es, die jährliche Gaserzeugung von 4,3 Mrd. cbm auf 5,5 Mrd. cbm zu steigern. 2004 erzielte PGNiG einen konsolidierten Reingewinn von 1,11 Mrd. Zloty. Die Umsätze erreichten 10,91 Mrd. Zloty.

Seit 2004 arbeitet die PGNiG mit der deutschen VNG - Verbundnetz Gas in Leipzig zusammen. Die Gesellschaften hatten sich über eine Handels- und eine Transportgesellschaft geeinigt. Im April 2004 kursierten zudem an der Börse Gerüchte, dass der deutsche Energiekonzern RWE an Anteilen des polnischen Gasverteilers interessiert sei.

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