Erstnotiz
Fulminante Börsenpremiere der Bank of Beijing

In China hat eine weitere Großbank ein spektakuläres Börsendebüt hingelegt. Dank des riesigen Appetits der Investoren schossen die Aktien der Bank of Beijing (Bank von Peking) am ersten Handelstag am Mittwoch gegenüber um mehr als 80 Prozent zum Ausgabepreis in die Höhe.

HB SCHANGHAI. Investoren hatten bei der Zeichnung Aktien im Wert von 250 Mrd. Dollar geordert, obwohl nur Papiere für zwei Mrd. zum Verkauf standen - eine 125-fache Überzeichnung. Die Nachfrage war ein Rekord für einen Shanghaier Börsengang, der aber mittlerweile bei den Vorbereitungen eines weiteren Bank-Börsengangs übertroffen wurde.

Experten sehen dank des anhaltenden Wirtschaftsbooms riesige Wachstumsmöglichkeiten für die Banken des Landes.

Die Bank hatte ihre Papiere zu einem Preis von 12,50 Yuan zugeteilt, der Schlusskurs vom Mittwoch lautete 22,68 Yuan. Analyst Wu Yonggang von Guotai Junan Securities erläuterte den Optimismus der Anleger: „Die Bank of Beijing wird im Vergleich zu ihren Rivalen schneller wachsen, weil sie in der chinesischen Hauptstadt sitzt und im kommenden Jahr besonders von den Olympischen Spielen profitieren wird.“

Die Bank of Beijing hat in Peking bei Einlagen einen Marktanteil von knapp acht Prozent und bei Krediten von knapp elf Prozent. Größter Einzelaktionär ist der niederländische Finanzkonzern ING, dessen Anteil durch den IPO auf gut 16 von zuvor knapp 20 Prozent sank. Das Sagen bei dem Institut haben aber diverse staatliche Eigner, die gemeinsam einen deutlich größeren Anteil halten.

Die chinesische Regierung hat eine ganze Reihe von großen Börsengängen in Shanghai in die Wege geleitet, um das Management der Firmen zu verbessern und die Entwicklung der heimischen Finanzmärkte zu beschleunigen. Außerdem saugen die IPOs etwas von der überschüssigen Liquidität aus der inflationsgefährdeten Wirtschaft ab.

Die nächsten Rekord-Börsengänge dürften nicht lange auf sich warten lassen. Erst in dieser Woche verbuchte die China Construction Bank eine Rekordnachfrage: Anleger zeichneten Aktien im Wert von 300 Mrd. Dollar, zu haben waren beim größten Börsengang in China außerhalb Hongkongs immerhin Papiere über 7,7 Mrd. Dollar. Zudem erhielt Shenhua Energy die behördliche Zulassung für seine Börsenpläne in Shanghai, mit denen der größte Kohlekonzern des Landes rund neun Mrd. Dollar einnehmen möchte.

In den vergangenen acht Monaten haben sich die Kurse am Aktienmarkt in Shanghai verdoppelt. Experten warnen vor einer Spekulationsblase, die platzen könnte, falls etwa Investmentfonds ihre Mittel abrupt abziehen.

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