Erstnotiz
Hausse lockt Firmen an die Börse

Die prächtige Stimmung am Aktienmarkt und die anhaltend gute Konjunktur führen dazu, dass immer mehr Unternehmen an die Börse gehen. Bis zur Sommerpause plant mindestens ein halbes Dutzend Firmen das Börsendebüt. Die Erlöse sind verlockend.

FRANKFURT. Damit könnte die Anzahl der Gesellschaften, die noch vor der Sommerpause ab Mitte Juli ein Börsenlisting im Premiumsegment Prime Standard anstreben, auf über 20 in diesem Jahr ansteigen. Das Softwarehaus Invision, das seit Montag auf dem Kurszettel steht, war bislang die Nummer 14.

Seither präsentierten zwei weitere Unternehmen ihre Börsenpläne, die bisher auf keiner der einschlägigen „Watchlists“ bei Investoren aufgetaucht waren: der Maschinenbauer Homag und der Anlagenbauer Envitec Biogas. Fest stehen bereits die Emissionsdetails beim Dieselmotoren-Hersteller Tognum, der Bahnspedition VTG und dem chinesischen Anlagenbauer Zhong De. Weitere Unternehmen könnten in den nächsten Tagen mit Börsenplänen an die Öffentlichkeit kommen, erwarten Experten. „Die vielen Börsengänge zuletzt halfen uns, dass wir unsere eigenen Börsenpläne weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit vorantreiben konnten“, sagt Olaf von Lehmden, Vorstandschef von Envitec Biogas. Ähnlich dürfte es vielen anderen Gesellschaften gehen.

Envitec ist einer der führenden Hersteller von Biogasanlagen in Europa und mit einem Umsatz von 100 Mill. Euro im vergangenen Jahr sogar knapp größer als Schmack Biogas. Das Unternehmen hatte im letzten Jahr ein fulminantes Börsendebüt gefeiert. Der Kurs der Schmack-Aktie hat sich seither verdoppelt.

Envitec plant die Erstnotiz an der Börse in der ersten Julihälfte. Konsortialführer ist Dresdner Kleinwort. Der Emissionserlös soll Marktkreisen zufolge bei 200 Mill. Euro liegen. Der Großteil davon soll direkt dem Unternehmen zufließen.

Fraglich ist indes, ob der Maschinenbauer Homag, der die Hersteller von Möbeln, Bauelementen und Fertighäusern beliefert, noch vor der Sommerpause sein Börsendebüt geben wird. Offiziell spricht das Unternehmen von der geplanten Erstnotiz noch in diesem Jahr. Da jedoch Dresdner Kleinwort und JP Morgan bereits als die begleitenden Banken mandatiert sind und eine PR-Offensive angelaufen ist, könnte der Termin der Erstnotiz durchaus schneller anstehen, als es die offizielle Verlautbarung vermuten lässt.

Zugute kommt der aktuell sehr guten IPO-Stimmung, dass die Unternehmen derzeit an der Börse sehr gute Preise erzielen, teilweise sogar bessere als bei einem direkten Verkauf an eine andere Firma oder an eine Beteiligungsgesellschaft. Jüngstes Beispiel dafür ist der Börsengang des Maschinenbauers Tognum, bei dem die Zeichnungsfrist gestern angelaufen ist. Ende letzter Woche lag noch ein konkretes Kaufangebot des finnischen Konkurrenten Wärtsilä auf dem Tisch, das Branchenkreisen zufolge erst abgelehnt wurde, als sich herausstellte, dass der Börsengang dem Hauptanteilseigner EQT wohl mehr einbringen wird.

Der erste Tag der Zeichnungsphase bestätigte diesen Eindruck. Die zwischen 22 und 26 Euro angebotenen bis zu 86,25 Mill. Aktien wurden im vorbörslichen Handel bei Börsenmakler Schnigge zwischen 24,50 und 26 Euro gehandelt. EQT, von der bis zu 75 Mill. Aktien stammen, könnten damit knapp zwei Milliarden Euro zufließen.

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