Erstnotiz in New York
Twitter-Aktie schießt zum Debüt in die Höhe

Die Aktie des Kurznachrichtendiensts Twitter feiert ein bombastisches Börsendebüt. Das Papier legt in den ersten Minuten nach der Erstnotiz um bis zu 92 Prozent zu. Anleger reißen sich um das Papier.
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New YorkDie Anleger an der New Yorker Börse haben sich am ersten Handelstag von Twitter regelrecht um die Aktien des Kurznachrichtendiensts gerissen. Die Papiere des kalifornischen Unternehmens verteuerten sich zeitweise um 92 Prozent und kosteten 50 Dollar. Der Ausgabepreis hatte nur bei 26 Dollar gelegen. Twitter hat damit nicht die gleichen Fehler gemacht wie Facebook bei seinem Börsengang im Mai 2012. Die Aktien des weltgrößten Online-Netzwerks waren damals so teuer angeboten worden, dass der Kurs gleich nach der Handelsaufnahme abstürzte und erst nach einem Jahr wieder den Ausgabepreis erreichte.

Das Interesse an Twitter war jetzt so riesig, dass die Nachfrage das Angebot um das 30-Fache überstieg, wie Insider Reuters sagten. Es wurden insgesamt 70 Millionen Papiere bei Anlegern rund um den Globus platziert. Zudem gibt es über Mehrzuteilungsoptionen noch 10,5 Millionen Aktien. Werden diese wie erwartet genutzt, könnte Twitter bis zu 2,1 Milliarden Dollar einnehmen. Es ist damit der größte Börsengang eines Internet-Unternehmens in den USA seit Facebook. Der Marktwert von Twitter liegt aktuell bei rund 25 Milliarden Dollar.

Twitter feierte sein Markt-Debüt an der traditionsreichen New Yorker Börse und nicht wie Facebook an der Nasdaq, wo die Aktien vieler anderer Technologiefirmen gehandelt werden. Der Facebook-Börsengang wurde im vergangenen Jahr nicht nur von dem Kursrückgang, sondern auch von technischen Pannen überschattet.

Facebook hat nach den Startschwierigkeiten mittlerweile aber Bedenken an seinem Geschäftsmodell ausräumen können, was den Aktienkurs zuletzt beflügelt hat. Auch Twitter, das aber anders als Facebook Verluste schreibt, steht unter Erklärungsdruck. Obwohl das Unternehmen weltweit 230 Millionen Nutzer zählt, ist noch unklar, wie langfristig mit ihnen Geld verdient werden kann. Im abgelaufenen Quartal stand ein Verlust von 65 Millionen Dollar zu Buche. Twitter setzt wie Facebook vor allem auf Werbung, kann aber viele Kunden nicht dazu bewegen, sich täglich einzuloggen. Der Kurznachrichtendienst versprach jüngst, mehr Geld je Nutzer zu verdienen, Werbeangebote auszuweiten und Büros im Ausland zu eröffnen.

Der Twitter-Erfolg dürfte weitere Internet-Konzerne auf das Börsen-Parkett locken. Zu den aussichtsreichsten Kandidaten zählen der Online-Marktplatz für Apartments, Airbnb, der Datenspeicherdienst Dropbox und der Limousinen-Vermittler Uber. Auch Twitter-Chairman Jack Dorsey soll schon den nächsten Börsengang im Auge haben. Das von ihm geführte Startup Square für bargeldloses Bezahlen führt einem Medienbericht zufolge bereits Gespräche mit Banken.

Bei Facebook profitierte vor allem Firmengründer Mark Zuckerberg, der endgültig zum Milliardär wurde. In ähnliche Höhen wird das Twitter-Debüt zwar die meisten Gründer und Investoren nicht katapultieren. Trotzdem werden sie jetzt deutlich reicher sein. Als Einzelperson hält die meisten Anteile Evan Williams, der bis 2010 Twitter-Chef war. Der jetzige Chef Dick Costolo kommt auf rund 1,4 Prozent. Zu den größten Investoren der Anfangszeit gehört der Finanzinvestor Rizvi Traverse Management mit jetzt knapp 16 Prozent.

Am Mittwochabend hatte Twitter den Ausgabepreis auf 26 Dollar festgelegt. Ursprünglich wurden nur 17 bis 20 Dollar angepeilt. Wegen der hohen Nachfrage wurde die Spanne später auf 23 bis 25 Dollar angehoben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Erstnotiz in New York: Twitter-Aktie schießt zum Debüt in die Höhe"

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  • Den letzten beissen wie immer die Hunde.

    Verdientermaßen

  • Passt zur Endphase einer Hausse. Sie stirbt in der Euphorie. Die Börsen sind Dank der unseriösen Geldpolitik der Notenbanken wieder vollkommen ausser Rand und Band. Aber im Moment funktioniert die "Greatest Fool" Anlagestrategie noch super.

  • Dumm, dümmer, Twitter

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