Ertragsstärke entfacht zurzeit kaum Kursphantasie
Analysten raten bei Beiersdorf zu Geduld

Es ist ruhig geworden um Beiersdorf. Seitdem die Allianz den Großteil ihrer Anteile an dem Kosmetik-Konzern verkauft hat, sind die Hamburger aus den Schlagzeilen verschwunden. Und auch an der Börse haben sich Beiersdorf-Papiere nach dem kräftigen Absturz Ende November gefangen und pendeln bei Kursen zwischen 85 und 90 Euro seitwärts.

HB DÜSSELDORF. In der vergangenen Woche ließ das Unternehmen, das neben der Kosmetik-Serie Nivea auch Marken wie Labello, Tesa und Hansaplast in seinem Sortiment hat, die Finanzwelt aber aufhorchen. Im ersten Quartal steigerte Beiersdorf den Umsatz gegenüber dem Vorjahr währungsbereinigt um 6,5 Prozent. Positiv fiel dabei die gute Entwicklung auf dem Heimatmarkt auf, der zuletzt Schwachstelle im Konzern war: „Die Umsatzentwicklung in Deutschland ist sehr beachtlich und ein Zeichen dafür, dass Beiersdorf seine Ziele locker erreichen wird“, sagt Silke Stegemann, Analystin der Landesbank Rheinland-Pfalz.

Bereits bei der Bilanzvorlage für 2003 Ende März hatte Beiersdorf-Chef Rolf Kunisch angekündigt, dass es in Deutschland Anzeichen der Besserung gebe. Gleichzeitig nahm er die ursprüngliche Umsatzprognose für 2004 aber zurück. Statt sieben Prozent strebt das Management jetzt nur noch mehr als vier Prozent Wachstum an. Analysten werten diese Zielsetzung jedoch als sehr konservativ.

Als ambitioniert bezeichnet Stegemann hingegen das Ziel von Beiersdorf, den Konzernumsatz bis 2010 zu verdoppeln: „Die historische Entwicklung ist beeindruckend. Es wird aber schwierig, diese Dynamik fortzuschreiben.“ In Deutschland habe Beiersdorf mit seinen Nivea-Produkten einen sehr hohen Marktanteil und näherte sich der Sättigungsgrenze. Und auch bei der Expansion in neue Märkte gebe es Hindernisse: „Das größte Potenzial liegt in Schwellenländern wie Russland. Hier hat Beiersdorf allerdings verstärkt mit Produktpiraterie zu kämpfen“, erklärt Stegemann.

Positiver bewerten Analysten die Chancen von Beiersdorf auf dem US-Markt. Sven Dopke von M.M. Warburg erwartet hier ein anhaltendes dynamisches Wachstum, insbesondere durch den Launch der Nivea-Gesichtspflege-Serie. Mögliche Zukäufe hat er in seinen Modellen nicht eingerechnet. Allerdings liebäugelt Beiersdorf schon seit einiger Zeit mit kleineren Akquisitionen in den USA. Diese könnten das Wachstum zusätzlich stärken.

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