EU-Hilfen
„Zehn Milliarden in den Taschen“ – Irische Bankaktien heben ab

Während die Erleichterung über das beschlossene Rettungspaket für Irland an den meisten Aktienmärkten und im Devisenhandel schnell verflogen war, springen die Kurse irischer Bankaktien kräftig an. Der IWF sieht Irland nun gut positioniert, um Investorenvertrauen zurückzugewinnen. Doch es gibt auch ganz andere Reaktionen.
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HB DUBLIN. Der irische Aktienmarkt hat am Montag positiv auf den von den EU-Finanzministern freigegebenen Rettungskredit reagiert. Die Aktien der irischen Banken legten dank einer umgehenden Finanzspritze von zehn Milliarden Euro teils deutlich zu. Oppositionspolitiker kritisierten jedoch, dass Irland selbst 17,5 Milliarden Euro für die Rettung aufbringen muss, die aus Bar- und Rentenreserven stammen. Außerdem sei der durchschnittliche Zins des Kredits mit 5,8 Prozent zu hoch.

Der Chefunterhändler des Internationalen Währungsfonds (IWF), Ajai Chopra, erklärte, Irland sei nun gut positioniert, um das Vertrauen der Investoren wiederzugewinnen und sich so letzten Endes wieder Geld am freien Markt leihen zu können. „Dies ist eine sehr gute Vereinbarung für Irland unter den gegebenen Umständen“, sagte Chopra. Die Bedingungen seien für Irland auf jeden Fall besser als am Markt. Chopra bezeichnete es als gute Idee, auch die Rentenrücklagen einzusetzen, die schließlich nur ein Prozent Zinsen einbrächten. Mit dem Geld werde der Umfang des Rettungspakets reduziert und damit auch die Kosten für die Finanzierung.

Die Zinsen für irische Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit gingen am Montag leicht auf 9,12 Prozent zurück. Am Freitag hatten sie mit 9,23 Prozent noch einen Rekordwert im Euroraum erreicht. Die Investoren sind aber anscheinend noch nicht davon überzeugt, dass das Rettungspaket für Irland Ängste vor weiteren Zahlungsschwierigkeiten in Europa zerstreuen kann.

Der Euro stieg zunächst im Wert, ging dann aber rasch wieder zurück. Die Zinsen für spanische Anleihen stiegen leicht, während sie für Portugal leicht zurückgingen und für Griechenland praktisch unverändert blieben.

Die drei am Markt gelisteten Banken legten nach der Vereinbarung vom Sonntag deutlich zu. Die Aktien von Irish Life & Permanent, die einzige Bank in Dublin, die bereits Finanzhilfen erhalten hat, stieg in der ersten Stunde des Handels um 42 Prozent. Die Bank of Ireland gewann 23 Prozentpunkte hinzu, während sie ankündigte, weitere 2,2 Milliarden Euro ohne staatliche Hilfe aufbringen zu wollen. Die Anteilsscheine der Allied Irish Banks legte um sieben Prozentpunkte zu. Die Bank ist dringend auf Hilfe angewiesen und wird wohl bald mehrheitlich an den Staat fallen.

Der Wirtschaftswissenschaftler David McWilliams, der früher für die irische Zentralbank tätig war, kritisierte, dass die Verluste der irischen Banken den irischen Steuerzahlern aufgebürdet würden. Die Kreditgeber, hauptsächlich Banken in Großbritannien, Deutschland und den USA, müssten dagegen keine Verluste hinnehmen. „Natürlich werden die Aktien der Banken steigen“, erklärte McWilliams. „Wir haben ihnen gerade zehn Milliarden in die Taschen gesteckt.“

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  • bEACHTUNG KOHÄRENTER NACHRiCHTENLAGE !
    Vielleicht liest dann doch mal einer aus der Redaktion, die unter
    Politik - Konjunktur - "Ökonomen warnen EZb vor Zuspitzung der Euro-Krise"
    mal den Leserkommentar von Whistleblower.
    Wenn man von 10 Mrd. Euro 40% abzieht, wieviel bleiben dann übrig?;-)

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