Europäischer Aktienmarkt
Pech mit Neuemissionen

Standardwerte haben sich in diesem Jahr mehr gelohnt als Börsenneulinge. Das zeigt ein Blick auf die europäischen Aktienmärkte: Die Kurse von Börsenneulingen wie Debenhams und Rosneft haben seit Jahresbeginn im Durchschnitt gerade mal 2,4 Prozent zugelegt, während der Dow-Jones-Stoxx-600-Index 6,9 Prozent kletterte.

HB LONDON. Europäische IPOs summieren sich für dieses Jahr auf 51,9 Mrd. Dollar (40,5 Mrd. Euro). Dazu gehören Debenhams, der zweitgrößte britische Einzelhändler, ebenso wie Saras, Eigentümer der größten Raffinerie im Mittelmeerraum.

Inzwischen jedoch hat die Stimmung an den Märkten gedreht, und Dutzende von geplanten Börsengängen wurden abgesagt. Unternehmen, die ihre Börseneinführung in den nächsten Monaten vorhaben, dürften es schwer haben, Käufer für ihre Aktien zu finden. „In Zukunft werden Investoren eine höhere Belohnung fordern und vorsichtiger sein“, sagte Jens Peers, der Vermögensverwalter bei KBC Asset Management in Dublin ist.

Dennoch steuert das IPO-Volumen in diesem Jahr auf einen neuen Rekord zu, geht aus Bloomberg-Daten hervor. Doch bislang haben vier der fünf größten IPOs in diesem Jahr den Investoren Verluste gebracht. Dabei liegt Saras vorne: Seit die Raffinerie im Mai 2,7 Mrd. Dollar mit ihrem Börsengang einsammelte, ist der Aktienkurs 27 Prozent eingebrochen. Auch Rosneft, mit einem Volumen von 10,6 Mrd. Dollar größtes Londoner IPO in diesem Jahr, notieren unter dem Ausgabepreis. Beide hinken dem Stoxx 600 hinterher.

„Eigentlich geht man davon aus, dass die Börsenneulinge eine bessere Wertentwicklung aufweisen als der Leitindex“, erklärt Neil Austin, Leiter Neuemissionen bei KPMG Corporate Finance in London. Unternehmen bringen ihre Aktien gewöhnlich mit einem Abschlag gegenüber dem Kurs ihrer Konkurrenten auf den Markt. Und „die Qualität der Neuzugänge sollte besser sein als der Durchschnitt“, fügte er hinzu.

Einige Ausnahmen bestätigen diese Aussage – wie etwa die Aktien von Standard Life. Die Anteile an der fünftgrößten britische Versicherungsgesellschaft kommen seit ihrem Börsendebüt am 10. Juli auf ein Kursplus von 9 Prozent. Gut gefahren sind die Anleger auch mit der französischen Icade. Die Immobiliengesellschaft hat den europäischen Index um 32 Prozent geschlagen.

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