Ex Dividende

Minus fünf Prozent über Nacht? Keine Panik!

Auf den ersten Blick ist der Schock groß: Von heute auf Morgen bricht ein Aktienkurs ein – trotz guter Geschäftszahlen und eines ruhigen Marktumfelds. Die Erklärung ist einfach und Anleger können davon sogar profitieren.
Update: 07.04.2016 - 09:22 Uhr 15 Kommentare
Wenn ein Aktienkurs einbricht, muss das kein Grund zur Panik sein. Quelle: Imago
Verzweifelt vor dem Laptop

Wenn ein Aktienkurs einbricht, muss das kein Grund zur Panik sein.

(Foto: Imago)

FrankfurtRuhe bewahren! Diesen Tipp kann man Anlegern eigentlich immer geben. Panikartig sollten sie sich nie von ihren Aktien trennen oder neue dazu kaufen. Momentan ist überlegtes Handeln aber besonders wichtig, denn die Dividendensaison hat begonnen – und das kann die Aktienkurse ganz schön durcheinanderwirbeln. Dass Kurse über Nacht um mehrere Prozent einbrechen, kann jetzt völlig normal sein.

Am heutigen Donnerstag sollten Anleger die Daimler-Papiere genau beobachten, denn gestern auf der Hauptversammlung haben die Aktionäre über die Dividende abgestimmt. Pro Aktie sollen stolze 3,25 Euro an die Anteilseigner fließen, 80 Cent mehr als im Vorjahr. Insgesamt erhalten die Aktionäre 3,5 Milliarden Euro. Eine solch hohe Ausschüttung gab es bei dem Stuttgarter Autobauer noch nie.

Ausgezahlt wird die Dividende in der Regel am Tag nach der Hauptversammlung – im Fall von Daimler also heute. An diesem Tag werden die Papiere „ex Dividende“ gehandelt. Um Anleger darauf aufmerksam zu machen, tragen die Kurse dann den Zusatz „xD“ oder „exDiv“. Das bedeutet, dass der Kurs um den Ausschüttungsbetrag reduziert wurde. Mathematisch betrachtet hieße das für Daimler: Da die Papiere am Mittwoch bei 62,50 Euro geschlossen haben, hätten sie heute 3,25 Euro weniger kosten müssen, also bei 59,25 Euro notieren sollen.

Tatsächlich gab die Daimler-Aktie zum Handelsauftakt etwas weniger nach: Das Papier notierte mit einem Minus von 2,56 Euro um 4,1 Prozent tiefer auf 59,40 Euro. „Die Kursentwicklung lässt sich nicht genau vorhersehen, weil am Morgen gleich schon neue Orders ausgeführt werden, die bereits vor Börsenöffnung abgegeben wurden“, erklärt Florian Weber Chef der Schnigge Wertpapierhandelsbank aus Düsseldorf. Dass die Kurstafel am Morgen exakt 59,25 Euro anzeigen würde, war also unwahrscheinlich. „An einem starken Handelstag kann es sein, dass die Aktie die Dividendenausschüttung schnell wieder aufholt“, so Weber.

Die Dividende bekommt jeder Anleger, der die Aktie am Tag der Hauptversammlung und in der folgenden Nacht gehalten hat – egal, ob er sie schon ein Jahr lang im Depot hatte oder gerade erst erworben hat. Das bietet Raum für Spekulanten: „Wer darauf setzt, dass die Aktie den Kursverlust schnell wieder aufholt, kann sie am Tag vor der Ausschüttung kaufen, die Dividende einstreichen und sich nach einer Kurserholung wieder davon trennen“, erklärt Weber das Prinzip.

Im deutschen Leitindex machen sich die Dividendenauszahlungen allerdings nicht bemerkbar – zumindest nicht in jenem „Dax“, der in Deutschland im Fokus der Betrachtung steht. Wer vom Dax spricht, meint den Performance-Index. In seine Berechnung fließen die ausgeschütteten Dividenden mit ein – der theoretische Kursabschlag wird also durch Hinzurechnung der Dividende sofort wieder ausgeglichen. Anders dagegen beim Dax-Kurs-Index. Sein Kurs fällt nach Ausschüttungen.

Performance- versus Kurs-Dax
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15 Kommentare zu "Ex Dividende: Minus fünf Prozent über Nacht? Keine Panik!"

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  • Ein paar Zeilen tiefer heißt es: Zumeist wird der Dividendenabschlag ja schon am nächsten Tag zu einem Teil wieder aufgeholt.

    Jetzt heisst es: Wenn man so ein Geschäft macht, dann ist Position spätestens in den ersten 5 Minuten des nächsten Handelstages wieder glattgestellt.

    Also was jetzt. Irgendwie nicht glaubhaft was du hier schreibst. Du verdrehst alles wie es dir gerade passt.

  • Beispielrechnung: Gestern zum Xetra-SK 5000 Daimler-Aktien zu 62,50 € " Cum " gekauft.

    Ergebnis: 5000 x 3,25 Dividende = 16.250 €. Dann die Aktien wieder glattgestellt mit einem 5 Minuten TWAP (Kurs heute früh in etwa 60,00 €) = -12.500 €.

    Abzüglich den Steuern (und ein paar Euro Handelsgeb.) an den lieben Dr. Schäuble, verbleiben Netto nach Steuern ca. 2.700 € bei einem in der Kasse.

  • Wen oder was interessiert denn " morgen ". Wenn man so ein Geschäft macht, dann ist die Position spätestens in den ersten 5 Minuten des nächsten Handelstages wieder glattgestellt.

  • Wen oder was interessiert denn " morgen ". Wenn man so ein Geschäft macht, dann ist Position spätestens in den ersten 5 Minuten des nächsten Handelstages wieder glattgestellt.

  • Ooops, und morgen ist es wieder billiger. Multiplizieren wir das Ganze mal mit ein paar tausend Stücken, dann war die Prada Tasche mal wieder viel zu teuer.

    So geht also erfolgreich Investieren mit Premiumaktien. Gut dass ich mir solche Erfolge nicht gönnen muss.

  • Daher braucht es eine Briefkasten-Firma oder man nimmt die Wurst, sozusagen als Natural-Einkommen.

  • Sogar am Würstchenstand sind sie noch gierig ;—))

  • Um einmal gleich den größten Irrtum auszusprechen: Aktien sind keine "Investments" respektive Investitionen im eigentlichen Sinne, sondern (hoch-)spekulative Anlagen.
    Bedeutet Investieren = Aufbau von Aktiva, so ist dieses Ziel bei Aktien in hohem Maße unsicher. Für Kleinaktionäre sowieso, wie es Bill Bonner auf den Punkt gebracht hat:
    "Die Idee ist ee, Leute Teilen von Unternehmen zu verkaufen, über die sie nichts wissen, zu Preisen, die jene Leute, die etwas über die Untternehmen wissen, für zu hoch halten. Warum würden sie sonst ihre Anteile verkaufen wollen?"
    Und die eigentliche Schweinerei ist, dass für das hohe Risiko, das man eingeht, der Staat - risikolos und unverdient (!!!) - auch noch Kapitalertragssteuer (+ Soli + evtl. Kirchensteuer) einkassiert.
    In Zeiten niedriger bis negativer Realverzinsung darf man daher nicht nur auf mögliche Dividendenzahlungen als "Ausgleich" für die Zinsen schauen, sondern muss auch die Überlegung anstellen: Wo kann der gierige Staat am wenigsten an meinem individuellen Risiko partizipieren?

  • Nach dem 2015 Jahresbericht Nettoschulden 82 Milliarden also 77€ pro Aktie Nettoschulden. Alleine 2014 auf 2015 12 Milliarden neue Schulden. Das geht ja schneller als die Schulden der ganzen BRD. Immerhin hat Schäuble 2015 ein Überschuß von 12 Milliarden geschafft und das ohne Bilanztricks.

    Und so geht es immer weiter mit neue Werte für den Aktionär schaffen.

  • Ps: Und jetzt multiplizieren wir das Ganze mal mit ein paar tausend Stücken. Davon kann Frau sich schon eine neue Prada-Tasche kaufen .....

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