Ex-Infineon-Sparte
Lantiq erwägt den Börsengang

Lantiq produziert Chips für Breitband-Verbindungen und Modems. Das Geschäftsmodell soll in Zukunft zweistellige Wachstumsraten bringen. Die ehemalige Infineon-Sparte, die jetzt einem Finanzinvestor gehört, erwägt, ihre Anteile an der Börse zu versilbern.
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HB FRANKFURT. Die frühere Infineon-Sparte Lantiq bereitet sich ein Jahr nach dem Verkauf an einen Finanzinvestor auf einen Börsengang vor. "Uns stehen alle Möglichkeiten offen", sagte Lantiq-Chef Christian Wolff am Mittwochabend in Neubiberg bei München. Lantiq habe sich die Bilanzen der vergangenen drei Geschäftsjahre von Wirtschaftsprüfern testieren lassen, was die Voraussetzung für einen Gang auf das Parkett ist. "Damit wäre zumindest die Möglichkeit gegeben", sagte Wolff.

Unterdessen hat der Eigentümer Golden Gate Capital bereits das erste Mal Kasse gemacht. Lantiq nahm am Dienstag einen Konsortialkredit über 190 Millionen Dollar auf und reicht das Geld an die Amerikaner weiter. Golden Gate hatte das Breitbandchip-Geschäft von der seinerzeit klammen Infineon für 250 Millionen Euro übernommen und dabei wegen der Finanzkrise ausschließlich Eigenkapital eingesetzt. Nun holt das Private-Equity-Unternehmen den branchenüblichen Fremdkapitaleinsatz nach.

Operativ sieht Wolff das Unternehmen auf einem guten Weg. Im vergangenen Jahr sei der Umsatz um acht Prozent auf 500 Millionen Dollar gewachsen. Das operative Ergebnis (Ebitda) liege zwischen 15 und 20 Millionen Dollar. Lantiq entwickelt Chips für Breitband-Verbindungen sowohl für Modemfertiger wie den Berliner "Fritzbox"-Hersteller AVM als auch Komponenten für Netzwerkbauer wie die chinesische Huawei oder die finnisch-deutsche Nokia Siemens Networks.

Der Netzausbau in Ländern wie China und neue Technologien wie intelligente Stromnetze könnten Lantiq künftig zweistellige Wachstumsraten bescheren, sagte Wolff. Neben Golden Gate Capital ist auch die Deutsche Telekom mit weniger als fünf Prozent an Lantiq beteiligt.

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