Expansion des spanischen Baukonzerns in die USA sowie langfristige Betreiberverträge sorgen für Kursphantasie
Analysten stufen Ferrovial als attraktiv ein

Auf der Hitliste spanischer Aktien steht der Baukonzern Ferrovial noch ganz oben. Der Kurs stieg allein in den vergangenen drei Monaten von 45 auf 62 Euro, also um über ein Drittel. Schon in den letzten drei Jahren war der Titel wie fast alle spanischen Bauwerte ein Dauerbrenner.

MADRID. Immer wieder sagten Analysten ein Ende des Booms voraus. Aber es kam anders. Noch immer machen die Konzerne ein sehr gutes Geschäft auf dem Heimatmarkt und haben sich auch weltweit erfolgreich positioniert. Ferrovial steigerte seinen Umsatz im ersten Halbjahr 2005 um 16 Prozent auf vier Mrd. Euro und übertraf damit bei weitem die Erwartungen der Analysten.

„Und es gibt immer noch Potenzial“, sagt Santiago Molina vom Madrider Broker Ibersecurities. Die Deutsche Bank schätzt, dass der Aktienkurs in diesem Jahr noch 15 Prozent mehr steigen könnte. Denn der inzwischen mit 8,8 Mrd. Euro bewertete spanische Bau- und Dienstleistungskonzern habe in den vergangenen Jahren nicht nur ein solides Wachstum hingelegt, sondern sich durch seine stetige Expansion im Ausland ebenfalls sehr gut auf die Zeiten vorbereitet, wenn in Spanien nicht mehr so viele Baukräne wie derzeit zu sehen sind.

„Wir halten Ferrovial von den großen spanischen Baukonzernen für den attraktivsten Wert“, sagt Analyst Jacobo Peñaranda von der Barclays-Bank. Er lobt das effiziente Management, die hohen Margen im reinen Baugeschäft und vor allem die Expansion in die USA. Dort haben die Spanier vor wenigen Tagen für 178 Mill. Euro das größte texanische Bauunternehmen, Webber Group, gekauft; Webber ist auf öffentliche Projekte spezialisiert. Die seit einem Jahr an der Börse notierte, im Autobahn-Management tätige Tochter Cintra ist in Texas und Chicago bereits an verschiedenen Mautprojekten beteiligt. Die Bank UBS setzt angesichts der Expansionsstrategie das Kursziel von 68 auf 74 Euro herauf und rät zum Kauf.

Angesagt ist der Wert derzeit aber auch, weil die Analysten erwarten, dass dieser Schritt Ferrovials nun den gesamten spanischen Baumarkt in Bewegung bringen wird. Die Wettbewerber ACS und FCC gehören wie Ferrovial bereits zu den Top Five in Europa und verfügen über volle Kriegskassen. Anfang des Jahres haben sie allesamt angekündigt, dass 2005 ein Einkaufsjahr werde. „Es könnte sein, dass Ferrovial die Schlacht um gute Unternehmen mit dem Kauf der Webber Group eingeläutet hat“, sagt Analyst Molina.

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