Expansion rentiert sich
BBVA reizt Anleger wieder

Die Strategie der BBVA, der zweitgrößten Bank Spaniens, in den USA zu expandieren und dafür industrielle Beteiligungen zu verkaufen, kommt bei Analysten und Investoren gut an. Das lässt sich am Aktienkurs ablesen. Vor zwei Monaten sackte er von 17,50 auf 15 Euro ab und steht mittlerweile wieder bei 16,50 Euro.

MADRID. Die Analysten loben den im Juni bekannt gegebenen Kauf von zwei mittelgroßen texanischen Banken für rund zwei Mrd. Euro. Bis zum Jahr 2008 will die BBVA durch weitere kleine Akquisitionen in dem US-Bundesstaat auf 200 Filialen kommen. Merrill Lynch schätzt, dass der Kurs der BBVA-Aktie in den kommenden Monaten noch um 34 Prozent steigen kann, für den Rest der Branche veranschlagen die US-Analysten dagegen nur ein Potenzial von 21 Prozent.

„Es hat Sinn, in Texas zu wachsen, wo es viele spanischsprachige Einwanderer gibt. Außerdem kann die BBVA mit der Laredo National Bank, die sie dort bereits im vergangenen Jahr erworben hat, durchaus Synergien erzielen“, erklärt der Madrider Broker Renta4. „Dadurch, dass die Spanier bereits mit Marktführer Bancomer sehr stark sind in Mexiko, haben sie gute Chancen, auch in den USA im hispanischen Segment die Größten zu werden“, sagt Analyst Mario Lodos vom Madrider Broker Ibersecurities.

Die BBVA verfügt zudem bereits über eine kleinere Bank in Kalifornien, wo ebenfalls wie in Texas viele lateinamerikanische Einwanderer leben. Aber nicht nur in den USA will die BBVA expandieren, sondern auch in Europa und Asien.

Aber nicht nur die Auslandsstrategie findet Gefallen. Die langfristigen Einnahmen der BBVA sieht Analyst Lodos auch durch das immer noch solide Kreditwachstum in Spanien und auch in Mexiko gesichert. Dies zählt zu den Gründen, dass die BBVA-Aktie in den vergangenen Tagen vom Finanzkonzern ING von „halten“ auf „kaufen“ hochgestuft wurde. Die Holländer sehen den Kurs in den kommenden zwölf Monaten bei 17,70 Euro.

Ein weiterer Bonus für die Aktie: Analysten und Ratingagenturen loben die Strategie, das Wachstum durch den Verkauf von Unternehmensbeteiligungen zu finanzieren. So versilberte das Institut gerade die knapp 15-prozentige Beteiligung an der italienischen Bank BNL sowie fünf Prozent am spanischen Mineralölkonzern Repsol. Von den Erlösen sollen die Zukäufe in den USA finanziert werden. Die Ratingagentur Fitch hat sogar das individuelle Kreditgütesiegel für die Bank heraufgestuft. „Die Bank hat bewiesen, dass sie die Risiken in Lateinamerika genauso unter Kontrolle hat wie jetzt die Ausgaben in den USA“, argumentiert Direktorin Cristina Torrella. Es sei vernünftig, sich auf das Kerngeschäft, nämlich die Bank, zu konzentrieren und alles andere abzustoßen, findet auch Morgan Stanley. „Auf diese Weise erfolgt das Wachstum mit sehr solider Finanzierung", sagt Analyst Pedro Belderrain von Morgan Stanley, der die Aktie im Branchenvergleich für billig hält. Das Kursziel sieht er bei weit über 18 Euro.

Weiteres Plus: Stand BBVA-Präsident Francisco González lange in der Kritik, weil seine Übernahmeversuche bei BNL erfolglos waren und die Bank gegenüber dem heimischen Wettbewerber Santander Central Hispano (SCH) ins Hintertreffen geraten war, trumpft er nun mit einer hohen Eigenkapitalrendite von 35 Prozent auf.

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