Experte sieht Hinweis auf eine Selbstüberschätzung
"Google hat handwerkliche Fehler gemacht"

Die Probleme beim Börsengang der Internet-Suchmaschine Google sind nach Ansicht des Nürnberger Börsenexperten Wolfgang Gerke eine Folge von falschen Markteinschätzungen und „handwerklichen Fehlern“.

HB BERLIN. „Google hat sich überschätzt. Wie die Postbank hat das Unternehmen viel zu spät erkannt, dass der Preis in der derzeitigen Börsenlage zu hoch ist“, sagte Gerke. „Mit dem ursprünglichen Preis hätte sich Google am Markt blamiert“. Den Preis zu senken und nicht den gesamten Börsengang abzublasen, sei nun „die richtige Entscheidung“.

Google sei sicher Opfer der Börsenstimmung geworden, die sich in den vergangenen Wochen rapide verschlechtert habe, sagte Gerke. Dass das Internet-Unternehmen aber ausgerechnt im traditionell eher schwachen Börsenmonat August an den Markt gehen wolle, sei ein Hinweis auf eine gewisse Selbstüberschätzung. Hinzu seien die Pannen in der Vorphase des Börsengangs gekommen, sagte Gerke weiter. Er verwies darauf, dass Google vergessen habe, Mitarbeiteraktien und -optionen zum Börsengang anzumelden.

Mit dem neuen Preis hat Google nach Einschätzung von Gerke nun bessere Chancen am Markt: „Langfristig wäre das Image viel stärker zerstört worden, wenn Google zu einem hohen Preis an den Markt gegangen wäre und die Zeichner keine Kursgewinne gemacht hätten.“ Das von Google gewählte Auktionsverfahren zur Preisermittlung sah Gerke durch die Probleme nicht diskreditiert. „Es bleibt allerdings ein Verfahren, dass sich nur Unternehmen mit einem hohen Bekanntheitsgrad leisten können.“

Prinzipiell sei das Auktionsverfahren nicht schlechter als die herkömmliche Preisfeststellung durch die Einschätzung der begleitenden Investmentbanken und die Unternehmensführung.

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