Experten bewerten Rauswurf von Vorstandschefin Fiorina beim US-Computerkonzern höchst unterschiedlich: Ungewissheit belastet HP-Aktien

Experten bewerten Rauswurf von Vorstandschefin Fiorina beim US-Computerkonzern höchst unterschiedlich
Ungewissheit belastet HP-Aktien

Nach der Entlassung von Vorstandschefin Carly Fiorina in der vergangenen Woche herrschte in den Büroquadern von Hewlett-Packard eitel Freude. Beschäftigte sangen das Kinderlied von der bösen Hexe – „Hei ho the witch is dead“ – , und an der Börse machte der HP-Kurs einen Freudensprung. Eine Woche später hat Ernüchterung eingesetzt.

HB PORTLAND. An die Stelle der ungeliebten Fiorina mit ihrem Rock-Star-Image, ihren Millionenbezügen und ihren hochfliegenden Ideen, die das Unternehmen in ei-nem nervösen Zustand des perma-nenten Umbruchs hielten, ist Unsi-cherheit getreten. Die Meinungen der Analysten gehen weit auseinan-der – und der Kurs sinkt wieder.

Fiorinas Nachfolger, der bisherige Finanzchef Robert Wayman, ist erklärtermaßen nur eine Zwischenlösung. Der Verwaltungsrat unter Vorsitz von Patricia Dunn sucht nach einem Nachfolger, aber wo sind die Kandidaten, die einen problembefrachteten globalen High-tech-Konzern mit 80 Mrd. Dollar Jahresumsatz reparieren können? Die Suche nach einem permanenten Ersatz für Fiorina kann deshalb länger dauern, und mit jedem Tag wächst der Druck der Konkurrenz, die eine günstige Gelegenheit sieht, um Hewlett-Packard Kunden abzujagen. Dell-Chef Kevin Rollins sagte offen, dass die Führungskrise bei HP Chancen biete.

Unter den Analysten haben sich zwei Lager gebildet. Die einen, angeführt von Merrill Lynch-Analyst Steven Milunovich, sehen Fiorinas Abgang als Vorspiel zu der lange geforderten Aufspaltung des Konzerns in seine verschiedenen Geschäftsbereiche. Befreit vom Treibanker des riesigen, aber unprofitablen PC-Geschäfts, so die Argumentation, wären allein die Drucker- und Zubehöraktivitäten mehr Wert als das Gesamtunternehmen heute. Bei Druckern ist HP Weltmarktführer, und der Bereich liefert etwa drei Viertel des Konzerngewinns. Merrill Lynch und JP Morgan hoben die HP-Aktie prompt auf „kaufen“ beziehungsweise „übergewichten“ an.

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