Experten fürchten, dass die britische Großbank ihr Wachstumstempo nicht halten kann
Analysten halten HSBC-Papiere für teuer

HSBC hat sich in wenigen Jahren von einer bedächtigen Bank zu einem kühnen globalen Spieler entwickelt. Das hat sich für die Anleger gelohnt. In den vergangenen zwei Jahren stieg der Kurs der Aktie um 45 Prozent. Der Konzern macht seinen Gewinn etwa gleichermaßen in der USA, Europa und Asien.

HONGKONG. Bullen und Bären unter den Analysten sind sich einig, dass die Papiere nicht billig sind. Nach Angaben von Sunil Garg, Bankanalyst bei Fox-Pitt, Kelton in Hongkong, ist die Aktie derzeit etwa das 15-fache des erwarteten Gewinns von 2005 wert. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis der globalen Wettbewerber liegt im Schnitt bei nur 12,5. Nicht nur deshalb zweifeln Analysten, dass die HSBC-Rally anhalten wird.

Die britische Großbank mit Sitz in London und Hongkong ist eine der größten Banken der Welt nach Börsenwert. In den vergangenen fünf Jahren hat sie ihr Geschäft durch mehrere Übernahmen fundamental geändert. So übernahm HSBC im vergangenen Jahr für 14,8 Mrd. Dollar den bedeutenden US-Konsumentenfinanzierer Household. In diesem Jahr kaufte die Bank für 1,75 Mrd. Dollar einen Anteil von 19,9 Prozent an der staatlichen chinesischen Bank of Communications, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Analysten vergleichen HSBC immer häufiger mit der größten Bank der Welt, der amerikanischen Citigroup. Die Aktienbesitzer haben enorm von der Einkaufstour der Briten profitiert. In ihrem Bestreben, „the world’s local bank“ zu werden, also überall auf der Welt mit Filialen vertreten zu sein, steckte HSBC zuletzt aber einige derbe Rückschläge ein.

In den USA erhöhten steigende Zinssätze im dritten Quartal die Refinanzierungkosten von HSBC. Das nagt am Gewinn. So schockte die US-Tochter Household die Anleger im vergangenen Monat, als sie bekannt gabt, dass der Gewinn im dritten Quartal um 32 Prozent zurückgegangen sei. HSBC beharrt darauf, dass der Kauf des angeschlagenen Konsumentenfinanzierers richtig war. Der Kauf sei ein günstiger und schneller Einstieg in den US-Markt gewesen. Um Household in die HSBC-Spur zu bringen – die Briten gelten als beständig und risikoscheu – hat die Bank das Portfolio der US-Tochter aufpoliert. Simon Adamson, Analyst von Credit-Sights, erkennt die Fortschritte an, aber warnt, dass sich immer mehr Banken im US-Konsumentengeschäft tummeln.

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