Experten glauben an eine Kurserholung
Analysten halten zu Mühlbauer

Anleger, die die Aktie von Mühlbauer im Depot haben, benötigen gute Nerven und eine Menge Geduld. Denn selbst unter Berücksichtigung von Dividenden und Aktiensplits hat sich die Aktie seit dem Börsengang im Jahre 1998 kaum bewegt. Doch Analysten sind optmistisch.

DÜSSELDORF. Und obwohl der Maschinenbauer als Spezialist und Marktführer für Produktionsanlagen so genannter Smart Cards für Ausweisdokumente und Chipkarten in einem Wachstumsmarkt agiert, befindet sich die Aktie seit August 2006 auf Talfahrt. In einem starken Gesamtmarkt gab der Aktienkurs binnen eines halben Jahres ein Drittel seines Wertes ab. Dazu war Mühlbauer – wie viele kleine und mittelgroße Technologieunternehmen auch – von der Korrektur der vergangenen Tage überproportional betroffen. Binnen einer Woche rutschte der Kurs um rund 15 Prozent in den Keller. Insgesamt ist der Bullenmarkt der vergangenen drei Jahre an dem Spezialmaschinenbauer aus der Oberpfalz vorbeigezogen.

Dirk Schlamp, Analyst der DZ Bank ist für den Wert dennoch optimistisch. Er stufte die Aktie auch wegen des Kursrückgangs bereits im November von „verkaufen“ auf „kaufen“ hoch. „Die Nachfrage nach sicherheitsorientierten Ausweissystemen ist weiterhin hoch. Mühlbauer sollte auf Grund seiner führenden Stellung überdurchschnittlich von dem erwarteten Marktwachstum profitieren.“ Das Unternehmen liefert die Druck- und Lesemaschinen für die neuen biometrischen Ausweisdokumente – so etwa für den neuen deutschen Reisepass, aber auch ausländische Ausweisdokumente werden mit Mühlbauer-Maschinen produziert.

Die Meinung Schlamps unterstützt auch Helmut Bartsch, Fondsmanager der Baden-Württembergischen Investmentgesellschaft. Bartsch hat Mühlbauer in dem von ihm betreuten BWI Novamax Fonds mit drei Prozent hoch gewichtet. „Mühlbauer hat für die nächsten drei bis fünf Jahre viel Potenzial im Rahmen der Einführung von Ausweisen, Führerscheinen sowie der Gesundheitskarte, die biometrische Daten beinhalten. Auf Grund der guten Positionierung, den hohen Marktanteilen und den vollen Orderbüchern ist die Aktie ein echter Zukunftswert.“

Dennoch ist das Geschäft von Mühlbauer stark zyklisch und auf Grund des Projektcharakters schwer planbar. Es besteht überdies ein enger Zusammenhang zwischen Auftragseingängen und dem Kursverlauf. So pendelte die Aktie in den letzten zwölf Monaten zwischen 24 und 38 Euro. Die Kursschwäche der letzten Monate ist auch darauf zurückzuführen, dass Mühlbauer in 2006 das hohe Auftragsniveau des Vorjahrs nicht halten konnte. Aktuell füllen mehr als 35 Chipkarten-Projekte und 9 Ausweisprojekte die Orderbücher des Unternehmens. Mühlbauer beliefert weltweit Staatsdruckereien mit ihren Anlagen.

Grund genug für DZ-Analyst Schlamp, seine Umsatzprognosen jüngst anzuheben: Für das laufende Jahr prognostiziert er nunmehr einen Umsatz von 194 Millionen Euro. Das bedeutet ein Umsatzplus von 21 Prozent zum Vorjahr. 2008 sollen es sogar 225 Millionen Euro sein. Auf Basis der Gewinneinschätzungen für 2007 rechnet Schlamp mit einem Gewinn je Aktie von 1,98 Euro. Daraus errechnet sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 15.

Schlamp sieht die Stärke des Unternehmens im Ausweiskarten-Geschäft. „In den nächsten Jahren verspricht dieses Geschäft hohe Zuwachsraten, primär bedingt durch Großaufträge wie das chinesische Passprojekt.“ In China wird Mühlbauer an der Ausgabe von mehr als einer Milliarde neuer Ausweise beteiligt sein. Das Unternehmen bietet eine Komplettlösung zur Erstellung der neuen Ausweise an. Mögliche Details über neue Projekte erhoffen sich die Experten für die für Donnerstag terminierte Bilanzpressekonferenz, an die auch ein Analystenmeeting angeschlossen ist.

Alexandra Hauser, Analystin der Landesbank Baden-Württemberg ist noch ein wenig optimistischer und hat auf Grund der Gewinnschätzungen ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14 für das laufende Jahr errechnet. Wie viele andere zyklische Werte auch bemüht sich Mühlbauer, seine Anleger über die Dividende zufrieden zu stellen. In den vergangenen Jahren hob Mühlbauer seine Ausschüttung jährlich an und zahlte fürs letzte Jahr eine Dividende von 90 Cent. Das entspricht einer Dividendenrendite von aktuell 3,1 Prozent.

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