Experten hoffen auf Sanierer Wolfgang Bernhard und Volumenwachstum
Analysten vertrauen VW langfristig

VW-Chef Bernd Pischetsrieder hat am vergangenen Mittwoch mit einer sehr vorsichtigen Prognose für das laufende Jahr die Investoren verschreckt. Der Kurs der Stammaktien des Wolfsburger Autokonzerns gab zeitweise drei Prozent nach. Einige Analysten stehen zwar der VW-Aktie weiterhin skeptisch gegenüber, es gibt allerdings auch gute Argumente für einen Kauf.

DÜSSELDORF. Von den 40 Analysten, die das Papier nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg bewerten, raten 15 zum Verkauf, 14 empfehlen die Titel, die übrigen sind neutral eingestellt. Albrecht Denninghoff, Analyst bei der Hypo-Vereinsbank (HVB) gehört zu den Optimisten. Vom derzeit niedrigen Niveau – schlechte Lage für Volumenhersteller, unbefriedigende Ergebnissituation – aus betrachtet, sei das VW-Papier mit einem prognostizierten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 7,5 in 2006 in den nächsten zwei Jahren attraktiv.

Von der Verpflichtung des früheren Daimler-Chrysler-Managers Wolfgang Bernhard verspricht sich der HVB-Analyst Kurspotenzial. Zudem biete die neue Aktionärsstruktur, der Einstieg des US-Finanzinvestors Capital Group mit mehr als fünf Prozent, die langfristige Chance „auf 100 Prozent Kursanstieg“. Kippt die EU das VW-Gesetz, dann fehlen den Finanzinvestoren Brandes und Capital Group nunmehr nur etwa zwei bis drei Prozent der Stimmen, um Großaktionär Niedersachsen zu überstimmen. „Das Vorurteil gegenüber VW als börsennotierte Beschäftigungsgesellschaft des Landes Niedersachsen dürfte damit an Bedeutung verlieren.“

Von den VW-Zahlen hat sich auch Marc-René Tonn von M.M. Warburg nicht abschrecken lassen. Er stufte die Aktien nach der Präsentation auf „Kaufen“ hoch. Das Risiko einer Gewinnwarnung habe sich durch die verhaltenen Ziele im laufenden Jahr reduziert, sagt er. „Ab 2006 dürfte das Unternehmen stärker vom Volumenwachstum durch die neuen Modell profitieren.“ Davon erwartet er eine bessere Auslastung der Werke. Nichtsdestotrotz: Wenn sich das erwartete Volumenwachstum nicht bewahrheite, seien die Ziele nicht zu erreichen.

Gegen die Wechselkursrisiken, die bisher stark belasteten, sei VW inzwischen besser, wenn auch nicht optimal abgesichert, sagt Jochen Gehrke von Kepler. Auf Sicht von zwei Jahren rät der Analyst zum Kauf der Aktie. Alles hänge davon ab, ob man es Wolfgang Bernhard zutraue, die notwendigen Anpassungen vorzunehmen.

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