Experten raten in Schwellenländern zu einer genauen Beobachtung der einzelnen Börsen
Asien bleibt Favorit der Analysten

Bis Mitte April glänzten die Emerging Markets, die Aktienmärkte sich noch entwickelnder Volkswirtschaften, mit Gewinnen. Inzwischen scheint sich das Blatt zu ihren Ungunsten gewendet zu haben. Steigende Zinsen in den USA und eine Verlangsamung des globalen Wachstums bremsen auch die Schwellenländer. Einigen Börsen räumen Experten aber weiter gute Chancen ein.

HB DÜSSELDORF/FRANKFURT. Während jedoch früher oft ganze Regionen einheitliche Trends aufwiesen, müsse jetzt die Entwicklung in den einzelnen Länder genau untersucht werden.

Einig sind sich die Analysten darin, dass die Entwicklung in China entscheidenden Einfluss auf die Anlagebereitschaft der Großanleger in Emerging Markets habe. Klar sei auch, dass Chancen und Risiken im Reich der Mitte nach wie vor eng beieinander liegen. China nehme mit der eingeleiteten Abkühlung der Konjunktur jetzt die nächste Abzweigung auf dem Weg in Richtung Wohlstand, sagt Stephen Roach von Morgan Stanley. „Für den Drachen steht zu viel auf dem Spiel, als dass er sich für die falsche Richtung entscheiden könnte“, lautet seine Schlussfolgerung .

Vor diesem Hintergrund überrascht nicht, dass immer mehr Analysten ihr Augenmerk auf das Wachstumspotenzial Asiens richten. Wegen der wachsenden Rolle Chinas sollten asiatische Aktien eine zunehmende Rolle spielen, sagt Klaus Martini, Leiter der weltweiten Anlagestrategie der Deutschen Bank. Er hat Asien in seinem Modellportfolio mit 13 Prozent gewichtet. „Eine Anhebung der Quote auf 30 Prozent ist in den nächsten Jahren möglich“, blickt er nach vorn.

Auch Alain Kerneis und Peter Oppenheimer von Goldman Sachs richten ihren Blick verstärkt nach Fernost: „Japan und der Rest Asiens sind unsere favorisierten Aktienbörsen“. Man glaube nach wie vor, dass asiatische Aktien weltweit die niedrigste Bewertung aufweisen. Auf Sicht von zwölf Jahren rechnen die Fachleute von Goldman Sachs mit einem Ertrag von 22 Prozent in Japan und 14 Prozent in den anderen Ländern der asiatischen Region.

Ganz unterschiedlich bewerten Analysten derzeit Russland. Für Jerome Booth, Emerging-Market-Experte von Ashmore Investment Management, zählt Russland neben Brasilien zu den „größten Länder-Engagements“. Skeptischer ist Jonathan Garner von CSFB in London. „Wir haben unser Zwölf-Monats-Ziel für den RTS-Index zum zweiten Mal in drei Monaten von 580 auf 520 nach unten genommen“, sagt er. Noch im April lag der Aktienindex der Börse Moskau über 750 Punkten. Nach einer bisher marktneutralen Gewichtung empfiehlt Garner den Anlegern nun eine Untergewichtung russischer Aktien. Die frei werdenden Gelder sollten sie an der Börse in Malaysia investieren, rät er. Mit einem für die nächsten zwölf Monate erwarteten Gewinnwachstum von rund 16 Prozent und einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12,8 auf Basis der Gewinnprognosen für 2004 seien malaysische Aktien recht niedrig bewertet.

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