Experten sehen erhebliches Wachstumspotenzial
Postbank überzeugt die Analysten

Das Geschäftsmodell der Postbank birgt erhebliches Wachstumspotenzial. Das sehen zumindest die Analysten der Konsortialbanken so, die den geplanten Börsengang begleiten.

FRANKFURT/M. Die Researchexperten der Deutschen Bank erwarten, dass das Bonner Institut den Netto-Gewinn bis 2007 auf 614 Mill. Euro verdoppeln wird. Das entspräche einer Eigenkapitalrendite von 11,3 %. Analysten der WestLB gehen noch einen Schritt weiter und rechnen bereits 2005 mit einer Eigenkapitalrendite von 16,4 % vor Steuern beziehungsweise 10,8 % nach Steuern. Etwas skeptischer ist JP Morgan. Die Investmentbank prognostiziert für 2005 eine Eigenkapitalrendite vor Steuern von 13,8 % und nach Steuern von 8,9 %.

2003 erzielte die Postbank 10,7 % vor Steuern und war damit noch ein gutes Stück von ihren europäischen Wettbewerbern entfernt, die als Vergleichsmaßstab herangezogen werden. Institute wie die italienische Unicredito, die britische Alliance & Leicester oder die österreichische Erste Bank kommen im Durchschnitt auf eine Verzinsung des eingesetzten Kapitals von 16 bis 17 % – allerdings nach Steuern.

Die Studien wurden Anfang der Woche von Analysten jener 19 Banken vorgelegt, die den Börsengang der Postbank am 21. Juni als Konsortialbanken begleiten. Die Ausarbeitungen sollen potenziellen Käufern wie Investmentfonds oder Versicherungen als Anhaltspunkt für ihre Kaufentscheidung dienen.

Die Postbank sei das Beispiel dafür, dass man auch mit vermeintlich unprofitablen Produkten wie Girokonten oder Sparbüchern in Deutschland interessantes Geschäft mit zumindest zufriedenstellenden Eigenkapitalrenditen betreiben könne, schreiben die Experten der WestLB. Aus dem Einlagengeschäft resultiert ein Überhang von rund 31 Mrd. Euro. Um die erwarteten Wachstumsraten liefern zu können, muss dieser laut Analysten gewinnbringender investiert werden. Bislang sind diese Gelder sehr defensiv, zum Beispiel in Geldmarktprodukten, angelegt. Allein eine Ausweitung der Marge um 1 % bedeute ein Gewinnplus von 310 Mill. Euro, errechnen die Analysten der Deutschen Bank.

Das kann zum Beispiel durch ein verstärktes Engagement im Kreditgeschäft erfolgen. Postbank-Chef Wulf von Schimmelmann hat bereits angekündigt, das lukrative Konsumentenkreditgeschäft ausweiten zu wollen. Auch im Firmenkundengeschäft werden sich die Bonner stärker engagieren. Allerdings wird hier das Kreditgeschäft nach wie vor eine untergeordnete Rolle spielen. Von daher sind die Analysten zuversichtlich, dass die Risikovorsorge der Postbank auf dem sehr niedrigen Niveau bleiben wird. Die Risikovorsorge im Verhältnis zu den risikogewichteten Aktiva der Postbank liegt mit 0,36 Prozentpunkten (36 Basispunkten) gegenüber deutschen und europäischen Konkurrenten niedrig. Die West LB schätzt, dass sich diese so genannte Risikovorsorgequote in den kommenden Jahren bei 33 bis 34 Basispunkten einpendeln wird. Weiteres Wachstumspotenzial liegt in den Kunden.

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