Experten sehen keinen Dämpfer für weitere IPOs
Nur mäßiges Börsendebüt für Aluminiumkonzern China Zhongwang

Der weltweit größte Börsengang seit fast einem Jahr ist glanzlos verlaufen. Die Aktien des Aluminiumkonzerns China Zhongwang verloren bei ihrem Debüt am Aktienmarkt in Hongkong am Freitag fünf Prozent. Der mäßige Start hatte sich angedeutet, weil schon die Erstnotierung von sieben Hongkong-Dollar am unteren Ende der Spanne für den Ausgabepreis gelegen hatte.

rtr HONGKONG. Vor allem Kleinanleger hielten sich bei dem Börsengang im Volumen von rund einer Milliarde Euro zurück. "Er konnte wenig Begeisterung auslösen", sagte ein Händler. "Es ist ein Industriewert. Von ihm verspricht man sich im Gegensatz zu Internetaktien keine Wunderdinge."

Analysten hatten die Pläne für den größten Börsengang seit August 2008 im Vorfeld als ehrgeizig bezeichnet. Wegen der Finanzkrise hatten sich zuletzt nur noch sehr wenige Unternehmen an die Börse getraut. In den ersten drei Monaten 2009 brach der Markt für Börsengänge weltweit fast völlig zusammen. Nach Berechnungen von Thomson Reuters ging die Zahl der Börsengänge um knapp 96 Prozent zurück. Experten gehen aber nicht davon aus, dass das Zhongwang-Debüt der wiederaufflackernden Lust auf Börsengänge in China einen Dämpfer verpassen wird. Wie die Nachrichtenagentur Reuters jüngst erfuhr, stehen in Hongkong zwei weitere größere IPOs an.

Das bisher größte US-Unternehmen, das mit seinem Börsengang 2009 dem negativen Umfeld trotzte, war Mead Johnson Nutrition. Der Kindernahrungshersteller platzierte im Februar 828 Mio. Dollar an der New Yorker Börse. Das Debüt des Videospiele-Herstellers Changyou.com an der Technologiebörse Nasdaq hatte ein Volumen von 120 Mio. Dollar. Mit Spannung verfolgen dürften die Anleger die Pläne von Ebay. Das Online-Auktionshaus hatte im April mitgeteilt, seinen Internet-Telefondienst Skype abspalten und Mitte 2010 an die Börse bringen zu wollen. Eingeweihten Personen zufolge will Ebay dabei über zwei Mrd. Dollar erlösen, was Analysten aber wegen des schwierigen Umfelds infrage stellen.

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