Experten sehen schlechte Omen für Börsengänge
Air China reduziert IPO-Volumen

Chinas führende Fluggesellschaft Air China hat das Volumen ihres geplanten Börsengangs in Schanghai wegen schwacher Nachfrage deutlich reduziert.

HB SCHANGHAI. Das Unternehmen strebe nun nur noch einen Erlös von 576 Millionen Dollar an, gut 40 Prozent weniger als das ursprünglich angepeilte Maximum von einer Milliarde Dollar, teilte Air China am Dienstag mit. Analysten zufolge ist es das erste Mal in der 15-jährigen Geschichte der modernen chinesischen Börse, dass sich ein Unternehmen zu einem solch drastischen Schritt gezwungen sieht. In einem offenkundig vertrauensbildenden Schritt versprach Air China zudem, bis Jahresende 600 Millionen Aktien zu einem Preis über dem Ausgabekurs zurückzukaufen, sollte der Aktienkurs bis dahin unter das Ausgabeniveau sinken.

Der Börsengang ist bis zum 22. August geplant.

Insbesondere die Nachfrage institutioneller Investoren sei ungewöhnlich schwach gewesen, erklärte Air China. Hier habe der Konzern deutlich weniger Aktien verkaufen können als gedacht.

Daher habe sich die Führung des bereits in Hongkong gelisteten Unternehmens entschieden, auch das Angebot für die Privatanleger zu reduzieren. Insgesamt will Air China nunmehr nur noch 1,639 Milliarden neuer A-Aktien herausgeben statt der bislang angepeilten Menge von 2,7 Milliarden Papieren.

Mit Blick auf die Flut an Börsengängen (IPO), die in diesem Jahr noch in China geplant sind, sprachen Experten von einem schlechten Zeichen. Mehr als ein Dutzend Firmen streben einen solchen Schritt bis Jahresende an, neun weitere Unternehmen haben damit bereits begonnen. Erst im Mai war das einjährige IPO-Verbot der kommunistischen Regierung ausgelaufen. Das Interesse der Anleger war seither ungebrochen.

Der größte Börsengang steht im Oktober an, wenn Chinas führende Bank Industrial and Commercial Bank of China Industriekreisen zufolge den Gang aufs Parkett in Hongkong und Schanghai wagt. Angestrebt sei ein Volumen von sieben Milliarden Dollar. Einige Analysten sagten, dass zumindest für das Schanghai-IPO nun auch eine Reduzierung wahrscheinlich sei.

Ein weiteres schlechtes Omen sehen Experten in der zuletzt eher schwachen Börsenkursentwicklung in China. In den vergangenen Wochen sind die Kurse in Schanghai unter anderem wegen der negativen Folgen des hohen Ölpreises um zwölf Prozent gesunken.

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