Explorationsgesellschaften vor Aus
Kurse der Minenaktien erleben ein Debakel

Die Welt steht vor einer einschneidenden Rezession. Darauf jedenfalls lässt nicht nur die Halbierung der Rohstoffpreise, sondern auch der drastische Kursverfall von Rohstoffaktien schließen. Vielen Explorationsgesellschaften, die bei Suche nach und Erschließung von Rohstoffvorkommen auf Kapital angewiesen sind, droht das Aus.

FRANKFURT. Dabei sind es vor allem die an den Börsen in Kanada, Australien und Südafrika gelisteten Aktien von Explorationsgesellschaften, die besonders unter dem aktuellen Vertrauensschwund in die Anlageklasse Rohstoffe leiden.

Diese meist unterkapitalisierten Unternehmen, die bei der Suche nach und der Erschließung von Rohstoffvorkommen laufend Kapital einsetzen müssen, auf der anderen Seite jedoch keine geregelten Einnahmen haben, „brauchen für das Funktionieren ihres Geschäftsmodells funktionierende Finanzmärkte“, sagt Jack Fockler von der amerikanischen Fondsgesellschaft Royce & Associates - einer Tochter des dortigen Finanzhauses Legg Mason Inc.

Um die Suche nach Öl, Gold, Kupfer oder Uran finanzieren zu können, sind sie auf Fremd - und/oder Eigenkapital angewiesen. Die Manager der gering kapitalisierten Unternehmen hoffen darauf, größere Rohstoff-Vorkommen zu finden und dann von einem der großen Konglomerate wie BHP Billiton, Rio Tinto oder Xstrata übernommen zu werden. Da die Großen der Branche jedoch selbst von der Krise betroffen sind und sie ihre Produktionskapazitäten zuletzt bereits gekürzt haben, wird sich der Traum der Branchen-Zwerge aber kaum erfüllen. Große Unternehmen wie Xstrata haben zuletzt einige der bereits geplanten Übernahmen abgesagt. Andere Unternehmen wie Rio Tinto Alcan oder Chalco haben darüberhinaus die Kürzung ihrer Kapazitäten angekündigt.

„Viele Projekte der kleineren Rohstoffunternehmen sind jetzt in einer langen Warteschleife“, sagt Hans-Jürgen Klisch, Geschäftsführer von Raymond James & Associates. Den unzureichend kapitalisierten so genannten Juniorgesellschaften drohe das Geld auszugehen. Einige werden ihr Projekt auf Eis legen, andere werden die Flucht nach vorne antreten und sich mit Konkurrenten zusammen schließen. Wieder andere Juniorgesellschaften werden die Finanzkrise schlichtweg nicht überleben. Die daraus resultierende Verschiebung oder gar Streichung von geplanten Energie- und Minenprojekten nehmen die Analysten des australischen Brokerhauses JB Were & Son zum Anlass, sich positiv zu den Aussichten der Rohstoffmärkte zu äußern. Grund: Die von Experten in der Vergangenheit bereits als Baisse-Argument angeführte Angebots-Ausweitung bei energetischen und metallischen Rohstoffen dürfte wegen der abgesagten Projekte in den kommenden Jahren kaum realisiert werden.

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