Facebook-Aktien
Warum Kleinanleger beim Börsengang in die Röhre schauen

Der mit Spannung erwartete Börsengang steht kurz bevor. Die Erwartungen sind groß. Doch viele deutsche Anleger schauen enttäuscht zu. Die Chance, als Privatanleger an Aktien heranzukommen, ist äußerst gering.
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So jung, hip und weltumspannend das soziale Netzwerk Facebook auch ist - beim eigenen Börsengang stößt das Unternehmen interessierte Privatanleger außerhalb der USA vor den Kopf. Denn um das zukünftige Schwergewicht noch vor dem Start an der Technologiebörse Nasdaq zeichnen zu können, braucht der geneigte Anleger ein Aktien-Depot bei einer Bank, die in den Vereinigten Staaten ansässig ist.

So kommt es auch, dass es der Deutschen Bank nicht erlaubt ist, ihren in Deutschland lebenden Kunden Papiere zukommen zu lassen. Und das obwohl sie eine von 33 Konsortialbanken ist, die den Börsengang begleitet.

Wohl dem, der einmal in den USA studiert oder gelebt hat und dadurch dort noch ein Depot besitzt. So könnte man meinen. Allerdings berichten interessierte Facebook-Freunde in den USA, dass die Chancen für einen richtigen Einstieg beim Start für die kleineren Geldbeutel ohnehin gering sind. So sollen mindestens 75 Prozent der angebotenen 337,4 Millionen Aktien bei Großanlegern landen. Aufgrund dessen dürften Privatkunden nach Meinung von Experten im Schnitt nur fünf Aktien ergattern können, und dies nur, wenn sie mindestens 10.000 Aktien zeichnen.

Dennoch heizten US-Medienberichte Anfang Mai das Fieber bei den Kleinanlegern noch einmal an. So hieß es in einem Artikel der „New York Times“, dass Facebook überlege, den Verkaufsanteil für private Investoren auf 20 bis 25 Prozent erhöhen zu wollen. Die Anteilsscheine sollen dann über Online-Wertpapierhändler wie TD Ameritrade oder ETrade verkauft werden. Letzterer wurde erst kurz vor Schluss in den erlauchten Kreis der beteiligten Banken aufgenommen. Nur wer beispielsweise bei Ameritrade in den Genuss von IPO-Aktien kommen möchte, muss laut Internetseite beispielsweise ein registriertes Konto in Höhe von 250.000 US-Dollar besitzen oder mindestens 30 Trades in den letzten drei Monaten getätigt haben. Nun werden in diversen Foren bereits Sorgen laut, dass auch bei ETrade vorrangig die Trader mit hohen Umsätzen bedient werden könnten.

Der breiten Masse bleibt also nichts anderes übrig als von der Seitenlinie aufs Geschehen zu blicken und neidisch auf den Zeichnungsgewinn der Involvierten zu blinzeln. Erst nach Handelsbeginn in New York kann dann jeder entscheiden, ob er der Aktie künftige Kurshöhenflüge zutraut. Doch auch andere Kursrichtungen werden gerne angenommen. „Ich werde FB auf jeden Fall so schnell wie möglich shorten. Das dürfte ein grandioser Trade werden“, frohlockt bereits wallstreet-online.de-Nutzer Aktienfritze im dortigen Forum.

Martin Barwitzki
Martin Barwitzki
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter

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