Fahrradhersteller legt Börsenprospekt vor
Die Mifa-Aktie birgt etliche Risiken

Die Eckpunkte zum Börsengang der Mitteldeutschen Fahrradwerke AG (Mifa) sind bereits seit Mittwoch bekannt, gestern folgte auch der Börsenprospekt. Darin zeichnen sich für den Anleger neben einer Reihe von positiven Aspekten auch etliche Risiken ab.

scc FRANKFURT/M. So ist der nach eigenen Angaben zweitgrößte deutsche Fahrradhersteller in erheblichem Umfang von wichtigen Lieferanten abhängig. In einer Analysten-Studie des Konsortialführers Merck Finck & Co., die dem Handelsblatt vorliegt, werden Neckermann, Karstadt, Metro und Aldi als Hauptkunden genannt.

Dass hierbei ein „intensiver Preiskampf“ herrscht, konnte auch Unternehmenschef Peter Wicht bei der gestrigen Präsentation in Frankfurt nicht verleugnen. Investoren sehen darin einen Grund dafür, dass Mifa seinen Umsatz im Jahr 2003 gegenüber dem Vorjahr um nur knapp 800 000 Euro auf 63,3 Mill. Euro steigern konnte, obwohl Personal- und Materialaufwand erheblich anzogen. Die Analysten von Merck, Finck & Co. gehen sogar davon aus, dass der Preisdruck noch ansteigen wird. Für das Unternehmen spricht nach Aussagen der Investoren indes die Ertragsseite. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) konnte 2003 um 80 % auf 5,6 Mill. Euro gesteigert werden, so dass sich daraus eine Ebit-Marge von 8,8 % ergibt. Die soll nach Schätzung von Merck, Finck & Co. in diesem Jahr auf 9,5 % und anschießend sogar auf über 12 % steigen.

Dafür ist es jedoch nötig, dass die Mifa ihre Expansionsstrategie ins europäische Ausland zügig durchsetzt. Schließlich gilt der deutsche Fahrradmarkt unter Analysten als weitgehend gesättigt. Vorstand Peter Wicht will speziell die Märkte in Benelux, Skandinavien und Frankreich erschließen. Auch will er sich in diesem Jahr wieder verstärkt auf den Fachhandel als Absatzmarkt konzentrieren, da dort die Gewinnmargen erheblich höher sind. Bislang werden die unter dem Namen „Mifa“ und „Germatec“ angebotenen Fahrräder zu mehr als drei Vierteln von Handelsunternehmen und Versandhäusern angeboten.

Für die bis zu 1,5 Mill. Aktien (ISIN DE000A0B95Y8), die ab dem kommenden Montag bis Freitag zum Festpreis von 9,25 Euro angeboten werden, errechneten die Analysten von Merck, Finck & Co. einen fairen Preis von 12,31 Euro. Zum Ausgabepreis entspräche das einem Aufschlag von rund 25 %. Für die nächsten sechs Monate rechnen sie mit einem Preisziel von 12 Euro. Ausgehend vom Ausgabepreis ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für das laufende Jahr von 11,0, das in den beiden Folgejahren auf 8,3 bzw. 6,7 fallen soll. Von den 1,5 Mill. Aktien stammen 500 000 aus dem Besitz der Gründerfamilien Wicht und Lehmann. Der Erlös aus den restlichen eine Million Aktien fließt dem Unternehmen zu. Die Aktien sollen vorerst im General Standard gelistet werden. Ein Aufstieg in den Prime Standard ist nach Umstellung der Rechnungslegung von HGB auf IAS jedoch denkbar, hieß es.

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