Fallstricke: Börsenliebling Gaz de France

Fallstricke
Börsenliebling Gaz de France

Die Politik: Bei Gaz der France haben die Politiker gleich auf mehreren Ebenen die Finger im Spiel. In der Diskussion sind derzeit vor allem die permanenten Interventionen der Regierung bei den Gaspreisen für die französischen Privatkunden.

Die Preise sollten durch eine neutrale Formel in Abhängigkeit von den Einkaufspreisen festgelegt werden. Doch das letzte Wort hat der Finanzminister. Und dieser milderte gleich zweimal Preiserhöhungen ab; im Januar fror er die Preise schlicht ein. Analysten erwarten daher, dass die betroffene Sparte „Energie-Ein- und Verkauf“ 2006 in die roten Zahlen rutscht. Das Risiko weiterer Interventionen wird im Zuge des nahenden Präsidentschaftswahlkampfs gewiss nicht geringer. Darüber hinaus ist der Staat noch mit 80 Prozent an dem Versorger beteiligt. Das birgt zum einen das Risiko der direkten politischen Einflussnahme auf die Unternehmensführung, etwa bei Investitionsentscheidungen. Zum anderen lastet der Aktienüberhang auf dem Kurs.

Die Europäische Union

Der Europäischen Kommission sind die europäischen Ex-Monpolisten im Energiebereich wie GDF nach wie vor zu dominant. Derzeit gilt zwar, dass die Netze im Besitz der integrierten Anbieter verbleiben können und die Regulierer darüber wachen, dass Wettbewerber problemlos Zugang zum Netz bekommen. Doch die Regulierungspolitik kann sich ändern. Es besteht langfristig daher das Risiko, dass die EU Energiekonzerne wie GDF doch noch zwingt, sich von ihren Netzaktivitäten zu trennen.

Die Zukäufe

GDF will für Milliarden in Europa auf Einkaufstour gehen und dabei sowohl andere Gasversorger kaufen als auch eigene Gasquellen erschließen. Im Zuge der anziehenden Energiepreise sind aber die Bewertungen in die Höhe geschossen. Ferner ist der Wettbewerb um gute Zukaufmöglichkeiten härter geworden; die Filetstücke werden jetzt verteilt. Angesichts der üppigen Kapitalausstattung könnte GDF der Versuchung unterliegen, für die Zukäufe zu viel zu bezahlen. Aktionärsschützer verweisen auf das Vorbild France Télécom: Der Konzern ging nach seinem Börsengang auf Shopping-Tour, bezahlte seine Auslandsabenteuer in bar und finanzierte dies über Schulden. Am Ende häuften sich die Abschreibungen, und der Konzern ächzt heute noch unter seinem Schuldenberg.

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