Fastfood-Kette
Analysten mögen KFC

Pommes und frittierte Hühnchen – damit ist die Fastfood-Kette Kentucky Fried Chicken (KFC) berühmt geworden. Doch jetzt wollen die Amerikaner auch fitnessbewusste Esser zurück ins Boot holen. Der Mutterkonzern des Hähnchenbraters will mit gesundem Essen den Markt erobern – für die Aktie des Mutterkonzerns Yum Brands bringt das den lang ersehnten Aufwind.

STUTTGART. Seit Mitte April bietet KFC Grillhühnchen an, Arbeitstitel „Kentucky Grilled Chicken“. Inzwischen notieren Yum-Titel um rund 45 Prozent höher als noch vor drei Monaten. Und das in einem denkbar schwierigen Umfeld: Im vergangenen Quartal verzeichnete die US-Fastfoodindustrie zum ersten Mal seit fünf Jahren einen Kundenrückgang, sagt das Marktforschungsinstitut NPD Group. Besonders betroffen seien Hühnerverkäufer und Pizzaketten, hieß es – also mit KFC und Pizza Hut zwei der drei Yum-Hauptmarken.

Doch der Konzern versucht, sich dem Abwärtstrend zu entziehen. So verschenkte KFC als Einführungsangebot für die neue Produktlinie Anfang Mai Gutscheine für Probiergrößen und trat damit die größte Markteinführung der Unternehmensgeschichte los: Schon in den ersten Tagen bildeten sich lange Schlangen vor den KFC-Läden. In einigen Städten verstopften die wartenden Autos auch die Nebenstraßen. In North Carolina riefen besorgte Anwohner angesichts der Menschenmassen sogar die Polizei. Über die Kosten des Marketinggags schweigt sich die Geschäftsleitung bislang aus. „Damit haben wir unsere Marke auf einen Schlag neu positioniert und auch solche Kunden erreicht, die davor jahrelang nicht mehr bei KFC waren“, sagt Präsident Roger Eaton.

Auch die Analysten, die das Unternehmen beobachten, sind optimistisch gestimmt. So raten sieben der beim Finanzinformationsdienst Bloomberg geführten Experten zum Kauf der Aktie. Zwölf empfehlen zu halten und keiner rät zum Verkauf.

Das Unternehmen kann den frischen Wind gut gebrauchen. In den vergangenen Jahren litt KFC zunehmend unter ihrem Fritierfett-Image; wer sich gesund ernähren wollte, ging eher zur Konkurrenz wie Chick-Fil-A. Deshalb sind die Analysten doppelt zufrieden: mit der Verschenk-Aktion und ihrer positiven Resonanz. „Die Läden waren voll und die Begeisterung bei den Kunden offensichtlich“, sagt Larry Miller von RBC Capital Markets. „Wenn sich Grilled Chicken durchsetzt, wird das dem Unternehmen sicherlich ein weiteres Standbein verschaffen.“

Zudem verfolgen die Amerikaner weiter ihre aggressive Expansionspolitik. Vor allem in China eröffnen immer mehr Filialen von KFC und auch der Schwesterkette Pizza Hut, die ebenfalls zu Yum Brands gehört. Analyst Daniel Harrison vom Online-Aktiendienst Motley Fool nennt Yum deshalb ein „hochwertiges Unternehmen, das auf sichere Weise von seinem gewaltigen Wachstum in internationalen Märkten profitiert.“ Positiv bewertet er auch, dass Yum nicht nur eigene Läden eröffnet, sondern auch einen Anteil der in China beliebten Fastfoodkette Little Sheep übernommen habe.

Die Yum-Geschäftsleitung bestätigte unterdessen das Wachstumsziel fürs laufende Jahr. Um zehn Prozent wolle man den Gewinn pro Aktie steigern, sagte Yum-Chef David Novak. Der liegt derzeit bei 2,11 Dollar. Das Verhältnis von Aktienkurs zum erzielten Nettozufluss (Kurs-Cash-Flow-Verhältnis) schätzen die Analysten für das nächste Jahr im Schnitt auf zehn und liegt damit etwas über dem Durchschnitt der Branche.

Credit-Suisse-Analyst Keith Siegner nahm nach der jüngsten Kursrally den Titel zwar von seiner „Fokus-Liste“ herunter, behielt aber seine Kaufempfehlung bei: „Yum Brands ist ein ausgezeichneter Fastfood-Betreiber mit starkem Wachstumspotenzial und beim Ertrag des investierten Kapitals der beste Titel der Branche.“

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