Favoriten 2006
Experten erwarten steigende Kurse

Die Strategen der großen Bankhäuser rechnen für das kommende Jahr mit weiter steigenden Kursen am deutschen Aktienmarkt. Das zeigen die Prognosen der führenden internationalen Banken, die gestern um die Ausblicke der Deutschen Bank, von Sal. Oppenheim und der Schweizer UBS ergänzt wurden.

HB FRANKFURT. Klaus Martini von der Deutschen Bank ruft für den Deutschen Aktienindex (Dax) für die nächsten zwölf Monate ein Ziel von 5 800 Punkten aus und steht damit noch in der konservativen Ecke. Andere Häuser wie die BHF Bank, Sal. Oppenheim oder die WestLB glauben sogar an ein Überschreiten der 6 000er-Marke. Überraschende Ausnahme unter all den Optimisten ist die Schweizer Großbank UBS. Deren Stratege Ralf Kugelstadt sagt, der Dax sei derzeit um sechs bis acht Prozent überbewertet. Sein Jahresendziel für 2006 von 5 300 Punkten sei jetzt bereits erreicht.

Die besten Kurschancen geben die Strategen im kommenden Jahr Aktien von Versicherern sowie Pharma- und Industrie-Unternehmen. Deutlich auseinander gehen die Meinungen hingegen bei Auto-, Telekom- und Technologiewerten. Auffällig ist der Schwenk innerhalb der Finanztitel. Galten sie vor einem Jahr noch generell als Kauf, so sind es nun nur noch die Versicherer, die nach der Mehrheitsmeinung hohe Renditen versprechen. „Die Aktien sind zum einen niedrig bewertet, zum anderen bietet die starke Konzentration in der Branche gute Chancen“, sagt Matthias Jörss, Aktienstratege bei Sal. Oppenheim. Bei Bankaktien sieht er wegen der guten Kursentwicklung kaum noch Gelegenheiten.

Zu den Neulingen auf den Favoritenlisten zählen bei vielen Banken Pharma- und Industrieaktien. Die Pharmabranche hat wegen ihres deutlich gestiegenen Innovationstempos stark an Ansehen gewonnen. Dazu bieten die Aktien Bewertungen, die unterhalb des historischen Durchschnitts liegen, und ein überdurchschnittlich hohes Wachstumspotenzial. „Die Titel sind auch für defensive Investoren interessant, deren Anlagehorizont länger als sechs bis zwölf Monate ist“, sagt Roland Ziegler von der BHF-Bank.

Auch die lange vernachlässigten Industriewerte erleben gerade einen Imagewandel. Für Rolf Elgeti von ABN Amro sind Industrieaktien 2006 sogar der „Top-Pick“ in Deutschland. „Niedrigere Arbeitskosten treiben die Gewinnmargen, die bislang unter dem europäischen Durchschnitt lagen“, sagt er. Hinzu komme, dass deutsche Industriewerte aktuell 32 Prozent unter ihren europäischen Vergleichswerten gehandelt werden. Die Gewinnmargen lägen jedoch nur 15 Prozent darunter und würden diesen Abstand 2006 wettmachen.

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